Integratio® - Fensterhelfer


Technische Richtlinien Bundesverband Rolladen + Sonnenschutz e. V.

Diese Seite enthält die Richtlinien "Blatt 1: Rolladen - Allgemeines", "Blatt 2: Rolladen - Rollpanzer", "Blatt 3: Rolladen - Rolladenkasten", "Blatt 4: Rolladen - Welle", "Normenübersicht" (Rolladen), "Blatt 1.1: Rolladen - Winterlicher Wärmeschutz", "Merkblatt: Sommerlicher Wärmeschutz" und "Blatt 1.2: Rolladen - Schallschutz". Der Inhalt der Richtlinien wurde der HomePage des Bundesverband Rolladen + Sonnenschutz e. V. - www.bv-rolladen.de - entnommen und für die Ausführung im Zusammenhang im mit Kunststofffenstern überarbeitet. Zum besseren Verständnis haben wir sinnvoll erscheinende ergänzende Hinweise eingesetzt und diese mit Nachtrag gekennzeichnet.

Technische Richtlinie - Blatt 1 - Rolladen, Allgemeines 09/ 2000

Die Darstellungen und Maßangaben dienen der Veranschaulichung von konstruktiven Grundvoraussetzungen, nach denen sich auch andere und regional eingeführte Lösungen richten.

Rolladen über einem Fenster

Ohne Maßstab, Maßangaben in mm

a) Gurtzug senkrecht in der Laibung

b) Gurtzug auf der Wand

c) senkrechter Schnitt zu a), Rechtsaufrollend

d) Linksaufrollend

* Abstand Rollpanzer/Fenster:
Der Abstand sollte mind. 15 mm und bei Rollläden mit besonderen Anforderungen an den Wärmeschutz mind. 40 mm betragen.

** Staub-/Abweisleiste:
Die Staub-/Abweisleiste bzw. Abrollleiste soll gem. Richtlinie Bundesverband Rolladen + Sonnenschutz e.V. bei Holzfenstern 30 - 40 mm breit sein.
Nachtrag: Bei Kunststofffenstern haben sich Profilbreiten von ca. 20 mm seit Anfang der 70er Jahre bewährt.

Bezeichnung

Material

Arten der Ausführung

1 Rollpanzer

Holz, Kunststoff, Stahl, Alu

dicht schließend oder ausziehbar

2 Welle

Stahl, Alu

durchgehend, gekoppelt, überschoben

Gurtscheibe

Stahlblech, Kunststoff

auch mit Gurtzuggetriebe

Lager

Stahl, Kunststoff

auf Holz oder in Stein, mit Kugellager

Wellenkappe

Stahl, Kunststoff, Alu

eingesteckt oder überschoben

3 Führungsschienen

Kunststoff, Alu, Stahl, Holz

feststehend oder als Aussteller. Nachtrag: Auf dem Blendrahmen angeordnete Führungsschienen sollen schlagregendicht zum Rahmen ausgeführt sein.

4 Antrieb, hier Gurtzug

Textil

Handbedienung, alternativ: Elektro- oder Kurbelantrieb

5 Gurtwickler

Stahlblech mit Kunststoff-Deckplatte

Einlass- oder Aufschraubwickler

Mauerkasten

Stahlblech, Kunststoff

1.

Zweckbestimmung

Der Rolladen ist ein aufrollbarer Abschluss (in der Regel) vor einem Fenster oder einer Tür als

-

Winterlicher Wärmeschutz (Heizenergieeinsparung, umweltschonend; siehe Blatt 1.1 und DIN 18073, Ziff. 5.2)

-

Sommerlicher Wärmeschutz (Kühlenergieeinsparung, behagliche Raumtemperatur)

-

Schallschutz (siehe Ziff. 6.7)

-

Einbruch- und Objektschutz (bei zweckentsprechender Ausführung; siehe DIN 18073, Ziff. 5.3)

-

Wetterschutz

-

Sichtschutz

-

Beschattung

-

Abdunkelung

Rollläden dienen der Wertsteigerung und Werterhaltung eines Gebäudes

2.

Anwendungsbereiche

Wohn-, Gewerbe- und Verwaltungsbauten - Schulen - Krankenhäuser

Sonstiger Bereich:

Thekenabschluss - Raumteiler, Maschinen- und Schrankabschluss, Kfz-Abschluss, Schwimmbadabdeckung

3.

Bestandteile

3.1 Rolladenstäbe

Einschiebe- oder Kettenstäbe, Kettenglieder, Anfangsstab, Schlussstab, Verstärkung, Seitenarretierung. Stabnenndicke, effektive Stabdicke, Stabbreite, Deckbreite

3.2 Welle

Wellenkappe, Gurtscheibe, Lager, überschobene Welle, gekoppelte Welle

3.3 Führungsschienen

Einlauftrichter, Aussteller, Kedereinlage, PVC-hart, Weichlippen oder Bürsten. Nachtrag: Sofern Führungsschienen hinter dem Mauerwerksanschlag stehen und die Fensterbänke zwischen der Laibung des Mauerwerksanschlags angeordnet sind, sollten die unteren Enden der Führungsschienen unbedingt mit einem unteren Formteil versehen werden. Eine fachgerechte Abdichtung des Nutbereiches ist erforderlich und so ausführbar, wenn der Bereich von der Fensterbank zum Formteil ebenfalls ordnungsgemäß abgedichtet wird.

3.4 Führungsnuten

Zusatzprofil (siehe DIN 18073, Ziff. 3.15)

3.5 Antrieb

Gurtzug, Gurtzuggetriebe, Drahtseilwinde, Friktionsgetriebe, Federwelle, Elektroantrieb.

3.6 Wickler

Aufschraub-, Einlass-, Halbeinlass-Wickler; Mauerkasten. Nachtrag: Insbesondere im Zusammenhang mit Rolladenkasten-Aufsatzelementen werden häufig Halbeinlass-Wickler auf/in den Blendrahmen montiert. Dabei ist darauf zu achten, dass bei achsseitiger Montage der Gurt auch bei 90 Grad Offenstellung des Flügels nicht beschädigt werden kann. Die Gurtführung soll gerade bzw. parallel zu den Rahmen verlaufen.

3.7 Verriegelung

manuelle oder automatische Hochschiebesperre, Schlösser.

3.8 Fangvorrichtung

Abrollsicherung

3.9 Zubehör

Anschlag, Leitrolle, Gurtführung, Überleitrolle, Dichtungsbänder, Dichtungsbürsten.

4.

Material des Rollpanzers

4.1 Holz

Trockenes, feinjähriges, rissefreies geradwüchsiges Kiefernholz oder gleichwertige Holzart; bis zu 10% der Rolladenstäbe dürfen angeblaut sein und/oder kleine festverwachsene Äste haben, Schlussstäbe sind aus Hartholz herzustellen.

4.2 Kunststoff

PVC-hart, recyclebar, kälte- und wärmebeständig, wasserabweisende Oberfläche, verrottungssicher.
Ausdehnungskoeffizient: = 0,0735 mm/m K

4.3 Metall

Stahl gewalzt
Leichtmetall rollgeformt oder stranggepreßt; ggf.: FCKW-frei ausgeschäumt.
Nachtrag: Bewährt haben sich seit Mitte der 70er Jahre mit Polyurethan ausgeschäumte aus kunststoffbeschichtetem Aluminium rollgeformte Profile; die Abriebfestigkeit der Oberfläche sollte für bestimmungsgemäße Nutzung über den gesamten Nutzungszeitraum geeignet sein.

5.

Umfang der Leistung

5.1 Regelausführung

nach VOB/C &endash; DIN 18358, DIN 18073

5.2 Abrechnungsmaße

Lichte Rohbaumaße (DIN 18073 Ziff. 6)

6.

Planungskriterien

Bei der Planung zu berücksichtigen:

6.1 Elektroantrieb

Installationsplan für Einzelsteuerung, Gruppensteuerung, zentrale oder dezentrale Steuerung, Zeitschaltuhr, Dämmerungsautomatik

6.2 Maximale Größen

Die maximale Einsatzgröße des Rollpanzers nach Breite und Höhe ist abhängig von dem Werkstoff, dem Stabprofil und den atmosphärischen Bedingungen (Winddruck).

6.3 Oberflächengestaltung

Farbliche Abstimmung von Rollpanzer, Schlussstab und Führungsschienen mit Fenster und Fassade.

6.4 Führungen

Abweichend von DIN 18073 kann je nach Werkstoff, Stabprofil und Proportion des Rollpanzers eine größere Tiefe der Führungsschienen bzw. -nuten erforderlich sein. Die lichte Weite der Führungen muss bei Rollläden aus Kunststoff oder Metall um etwa 15%, bei Rollläden aus Holz um etwa 20% größer sein als die Stabnenndicke. Werden beim Einsatz von Metall-Rollläden Metall-Führungsschienen verwendet, müssen die Schienen mit geeigneten Gleiteinlagen versehen sein. Bei Verwendung von Weichlippen- und Bürstenkedern sollte die lichte Weite der Stabnenndicke angepaßt werden. Bei Führungsschienen mit Kedern: Erhöhter Platzbedarf; zu berücksichtigen bei Führungsnuten, Einlauf- und Beiholzleisten.
Nachtrag: Führungsschienen hinter dem Mauerwerksanschlag bei Außenfensterbänke zwischen der Laibung des Mauerwerksanschlags Führungsschienen mit unterem Formteil, um fachgerechte Abdichtung zu ermöglichen.

6.5 Rollraum

Tiefe und Höhe:
Idealerweise ringsum mind. 20 mm größer als der Ballendurchmesser

Breite:
a) Auf der Seite des Antriebes bei Elektroantrieb sowie senkrechtem Gurtzug und Einbau des Wicklers in die Laibung: 60 mm über Hinterkante der Führung hinaus; bei Gurtzug auf der Wand: mind. 100 mm über das Lichtmaß der rohen Maueröffnung hinaus;
b) Auf der entgegengesetzten Seite: 40 mm über Hinterkante der Führung hinaus. Wärmedämmung: siehe TR Blatt 1.1

6.6 Rollkastendeckel

Zum Zweck der Wartung muß der Rollkastendeckel leicht zugänglich und beschädigungsfrei abnehmbar sein. Die Abmessung der Revisionsöffnung muss für Montage und Wartung ausreichend sein. Die Breite soll mind. 20 mm mehr als die Breite des Rollpanzers und die Tiefe mind. 100 mm betragen. Nachtrag: Forderung gilt nicht bei Rollladenkasten-Aufsatzelementen.

6.7 Schallschutz

Erhöhter Abstand zwischen Verglasung und Rollpanzer (VDI 2719 Ziff. 8.3). Anforderungen und Ausführungen siehe Technische Richtlinie Blatt 3 Ziff. 6.2.

Vor der Planung: Rücksprache mit dem Rolladen-Fachbetrieb!

Technische Richtlinie - Blatt 1.1 - Zusätzliche Abschlüsse, Winterlicher Wärmeschutz 02/ 2002

Seite 1

Temporärer Wärmeschutz

Ein zusätzlicher Abschluss an der Außenseite eines Fensters bewirkt einen zusätzlichen Wärmedurchlasswiderstand. Dieser ergibt sich zum einen aus der Luftschicht zwischen Abschluss und Fenster und zum anderen aus dem Abschluss selbst. Die am 1.2.2002 in Kraft getretene Energieeinsparverordnung gestattet die Berücksichtigung dieser zusätzlichen Wärmedämmung von Abschlüssen, und zwar sowohl im ausführlichen Rechenverfahren nach DIN EN 832: 1998-12, Berechnung des Heizwärmebedarfs, als auch im vereinfachten Verfahren nach Anhang 1 Nr. 3. Grundlage für die Berechnung ist die DIN EN ISO 10077-1:2000-11 - Wärmetechnisches Verhalten von Fenstern, Türen und Abschlüssen - Berechnung des Wärmedurchgangskoeffizienten - Teil 1: Vereinfachtes Verfahren. Aus den hier ermittelten Werten dürfen laut DIN EN 832:1998-12 die täglichen Mittelwerte gebildet werden, um die Wärmeverluste zu bestimmen.

Klassifizierung und Berechnung

Zur Ermittlung des zusätzlichen Wärmedurchlasswiderstandes werden Abschlüsse nach ihrer Luftdurchlässigkeit in fünf Luftdichtigkeitsklassen eingeteilt, die Zuordnung zu den Produkten ist in DIN EN 13125 : 2001-10 geregelt. Kriterien für die Bewertung sind die Behangausführung und die Größe des (umlaufenden) Luftspaltes.

Für die Bestimmung der Luftdurchlässigkeit wird, ausgehend von geometrischen Überlegungen, eine Hilfsgröße etot herangezogen.

Bei festen Abschlüssen, wie z. B. Drehläden, ist etot die Summe der Zwischenräume unten (e1), oben (e2) und seitlich (e3), wobei e3 nur einmal verwendet wird, da die seitlichen Zwischenräume die Durchlässigkeit weniger beeinflussen als oben und unten.

Der obere Zwischenraum (e2) ist bei Rollläden das kleinere der Maße e2' und e2''.

 

Der temporäre bzw. zusätzliche Wärmeschutz R kann grundsätzlich für alle Arten von Abschlüssen berechnet werden, auch für Markisen, innenliegende bzw. in der Verglasung enthaltene Abschlüsse sowie auch für Abschlüsse, welche einseitig aufgebrachte Beschichtungen mit niedrigem Emissionsvermögen aufweisen (z. B. Verspiegelungen).

Die nachfolgenden Klassifizierungen gelten für außenliegende Abschlüsse, bei denen im Gegensatz zu den anderen Produkten auch der Wärmedurchlasswiderstand RSH des Behanges Berücksichtigung findet.

Die nachstehenden Definitionen und auch die Tabelle der Klassenzuordnung ohne Nachweis sind DIN EN 13125: 2001-10 entnommen.

Klasse 1: Sehr hohe bzw. höchste Luftdurchlässigkeit

Gesamtfläche an Zwischenräumen (umgebende Zwischenräume, Durchbrüche und geöffnete Licht- und Luftschlitze) überschreitet nicht 25 % der Gesamtfläche des Panzers bzw. etot > 35 mm

R = 0,08 m2 K/W

Klasse 1: Sehr hohe bzw. höchste Luftdurchlässigkeit

Gesamtfläche an Zwischenräumen (umgebende Zwischenräume, Durchbrüche und geöffnete Licht- und Luftschlitze) überschreitet nicht 25 % der Gesamtfläche des Panzers bzw. etot > 35 mm

DR = 0,08 m2 K/W

Klasse 2: Hohe Luftdurchlässigkeit

15 mm < etot < 35 mm, keine sichtbaren Lichtschlitze

DR = 0,25 RSH + 0,09 m2 K/W

Klasse 3: Mittlere Luftdurchlässigkeit

8 mm < etot < 15 mm, geschlossene Lichtschlitze, Stäbe des Panzers ineinandergreifend oder überlappend

DR = 0,55 RSH + 0,11 m2 K/W

Klasse 4: Geringe Luftdurchlässigkeit

etot < 8 mm, geschlossene Lichtschlitze, Stäbe des Panzers ineinandergreifend oder überlappend

DR = 0,8 RSH + 0,14 m2 K/W

Klasse 5: "luftdicht"

etot < 3 mm und e1 + e2 = 0 oder e2 + e3 = 0, geschlossene Lichtschlitze, Stäbe des Panzers ineinandergreifend oder überlappend

DR = 0,95 RSH + 0,17 m2 K/W

Die oben angegebenen Gleichungen gelten für RSH < 0,3 m2 K/W.
Der Wert von R
SH wird durch einen Rolladenkasten (siehe Anmerkung S. 2) nicht beeinflusst.

Seite 2

Zuordnung der Klassen

In nachstehender Tabelle werden die Mindestklassen (ohne Nachweis) für einige Arten vonAbschlüssen aufgeführt, wenn die vorseitigen Bedingungen erfüllt sind.

Hinweis:

In der Europäischen Normung bedeutet ausgefahren soviel wie geschlossen.

Produkte

Mindestklasse

-

Faltladen geführt (Akkordeon)

1

-

Abschluss mit wendbaren Stäben (z. B. Außenjalousie)

-

Einfahrbarer Abschluss (Drehladen oder Faltladen ungeführt) mit feststehenden Öffnungen

-

Abschluss ohne Öffnungen in ausgefahrener Stellung

2

-

Außenjalousie mit feststehenden, verbundenen Lamellen in geschlossener Stellung (sog. Verbundraffstore)

-

Faltladen geführt (flach geschlossen) ohne Öffnungen in ausgefahrener Stellung

3

-

In die Laibung (Maueröffnung) eingepasster Drehladen ohne Rahmen (Flügel ohne Öffnungen)

-

Rollladen in kedergeführten Laufschienen (Einschiebeprofile)

4

Die Kriterien für eine Zuordnung zur Klasse 5 sind:

a)

Rollladen

-

e3 ist gleich Null, wenn, ungeachtet der Krümmung der Stäbe, die Führungsschienen mit Kedern (z. B. Bürsten, elastischeProfile) ausgestattet sind.

-

e1 ist gleich Null, wenn der Schlussstab unten mit einem abdichtenden Profil ausgestattet ist.

-

e2 ist gleich Null, wenn eine der in den nachstehenden Bildern dargestellten Anordnungen am Einlauf des Rollladens vorhanden ist: Druckfeder mit Dichtung bzw. beidseitige Dichtung (Bürste, Schlauch, Lippendichtung, Dichtwippe o.Ä.)

Hinweis: Entspricht der Ausführung nach DIN 18073, Abschnitt 5.2, Rolläden mit besonderen Anforderungen an den Wärmeschutz.

DerEinbau erfordert zusätzlich:

-

die Sicherstellung der Luftdichtheit in der Verbindung zwischen den Führungsschienen und dem Mauerwerk bzw.Fensterrahmen

-

die Sicherstellung der Luftdichtheit zwischen dem Rolladenkasten und dem Mauerwerk oder dem Fensterrahmen

-

direkten Kontakt des am Schlussstab befestigten Abdichtprofilsmit derFenster-bzw.Sohlbank

b)

andere Abschlüsse

Wirksame Dichtungsprofile an drei Seiten, während die vierte Seite die Bedingung e1 oder e2 < 3 mm erfüllt.

c)

Nachweis durch Messung

Die nach DIN EN 12835 gemessene Luftdurchlässigkeit Qms muß kleiner oder gleich 10 m3/h m2 sein

Berechnung

Der Wärmedurchgangskoeffizient von Fenstern mit Abschlüssen wird mit nachstehender Formel berechnet:

UWS = Wärmedurchgangskoeffizient Fenster + Abschluss

UW = Wärmedurchgangskoeffizient Fenster

DR = zusätzlicher Wärmedurchlasswiderstand aus Luftschicht und Abschluss

Einige typische Werte für RSH
Aluminiumrollläden: 0,01 m2 K/W
Kunststoffrollläden ohne Dämmstoffeinlage: 0,10 m
2 K/ W
Drehläden aus Holz 25 bis 30 mm dick: 0,20 m
2 K/W

Beispiele

1.) Ausführliche Berechnung

Kunststoffrollladen ohne Dämmeinlage, Klasse 5,
Fenster U
w = 1,7 W/m2 K
In die weiter oben stehende Formel (bei der gedruckten Version der Richtlinie Seite 1) eingesetzt, ergibt sich
DR = 0,95 0,1 + 0,17 = 0,265, aufgerundet 0,27 m2 K/W
In die obige Formel engesetzt:
U
WS = 1 / (1/1,7 + 0,27) = 1/ (0,5885 + 0,27) = 1,1652,
gerundet ergibt sich U
WS ca. 1,17 W/m2 K
Dies ist eine Verbesserung des U-Wertes um 31 %

2.) Weitere berechnete Werte

Aluminiumrollladen, Klasse 4, Fenster 2,9 W/m2 K
U
WS = 2,04 W/m2 K --- Verbesserung 30 %

Drehladen Holz, Klasse 3, Fenster 1,4 W/m2 K
U
WS = 1,07 W/m2 K --- Verbesserung 24 % UWS

Kunststoffrollladen, Klasse 3, Fenster 2,9 W/m2 K
U
WS = 1,96 W/m2 K --- Verbesserung 32 % UWS

Kunststoffrollladen, Klasse 5, Fenster 2,9 W/m2 K
U
WS = 1,64 W/m2 K --- Verbesserung 43 % UWS

Anmerkung (Auszug aus DIN EN 13125)

Rollladenkästen innerhalb des Mauerwerks (Einbaurollladen) oder als Teil des Fensterrahmens (Aufbaurollladen) haben keinen Einfluß auf den Wert von RSH.
Der Kasten ist ein Bauteil der Außenwand des Bauwerkes und wird auch so berechnet!
Bei Vorbaurollläden hat der Rollladenkasten nur dann keinen Einfluss auf R
SH wenn er außerhalb der Mauernische eingebaut wird oder einen höheren Wärmedurchlasswiderstand innerhalb der Mauernische als der Rolladenpanzer hat.

Seite 3

Anforderungen an die Wärmedämmung

Allgemein

Im Gegensatz zur Wärmeschutzverordnung (WSVO) von 1995 sind in der Energieeinsparverordnung (EnEV) keine Einzelanforderungen mehr enthalten, sondern Bauteile, die das Gebäude gegen die Außenluft abgrenzen, sind nach § 6 so auszulegen, dass die Anforderungen des Mindestwärmeschutzes nach den anerkannten Regeln der Technik eingehalten werden. Anerkannte Regel der Technik ist unter anderem die DIN 4108, in deren Teil 2 für Wandbauteile ein Mindestwert des Wärmedurchlasswiderstandes R von 1,2 m2K/W vorgeschrieben wird. Dies entspricht einem U-Wert von 0,73 W/m2 K.

Rolladenkästen

Ist der Rolladenkasten ein Bauteil der Wand, dies trifft in der Regel für die Einbaurolladenkästen zu, so gelten die obigen Mindestwerte. Dies bedeutet eine Verschlechterung gegenüber der Rolladenkastenrichtlinie ROKR des DIBt (Deutsches Institut für Bautechnik) und der WSVO, denn dort ist für diese Art Rolladenkästen ein Mindestwert von 0,6 W/m2 K vorgeschrieben. Es ist deshalb zu empfehlen, diesen Wert auch weiterhin einzuhalten, zudem die Rolladenkastenrichtlinie auch weiterhin gültig sein soll.

Die DIN 4108-2: 2001-03 legt unter 5.2.2 (leichte Bauteile, Rahmen- und Skelettbauarten) für Rolladenkästen einen 1,0 m2K/W fest, was einem U-Wert (Wärmedurchgangskoeffizient) von 0,85 W/m2 K entsprechen würde. Aus dieser Zuordnung und den darauf folgenden Absätzen zu nichttransparenten Ausfachungen an Fensterwänden geht hervor, daß diese Mindestwerte für Rolladenkästen gelten, die nicht Bestandteil einer normalen Außenwand sind, wie z. B. Aufbaurolladenkästen als Bestandteil eines Fensters.

Die Bestimmung des Wärmedurchgangskoeffizienten U von Rolladenkästen erfolgt aufgrund der besonderen geometrischen Verhältnisse durch eine zwei- bzw. dreidimensionale Berechnung oder durch Messung.

Für den Deckel von Rolladenkästen ist laut des gleichen Abschnittes der Norm ein Mindestwert von R = 0,55 m2K/W einzuhalten, und zwar an jeder Stelle. Die hier bisher zum Teil eingesetzten doppelwandigen PVC-Profile ("Doppelstegplatten") sind auf keinen Fall ausreichend. Zu bemerken ist, daß der Begriff Deckel nicht eindeutig der Revisionsklappe zugeordnet werden kann, sondern allgemein als Abschluß des Kastens verstanden wird.

Vereinfachtes Rechenverfahren

Zur Überprüfung des U-Wertes von 0,6 W/m2 K ist nach der ROKR ein vereinfachtes Verfahren erlaubt, und zwar gelten die Anforderungen als erfüllt, wenn die nachstehend genannten, für die einzelnen Wandungen geltenden Wärmedurchlasswiderstände R nicht unterschritten werden. Die angegebenen Werte beziehen sich nur auf die Bauteilschichten; die innere Luftschicht und die Wärmeübergangswiderstände sind bei den geforderten Werten bereits berücksichtigt. Im Seitenteil- und Auflagerbereich wird empfohlen, die Werte von Weg 1 einzuhalten (abgeleitet aus den Anforderungen an den "Deckel").

Die Breite des Panzerauslaßschlitzes sollte max. 10 mm größer sein als die effektive Stabdicke, dies kann auch durch flexible Elemente erfolgen, wie z. B. Bürsten oder Dichtschläuche.

 

Weg 1

= 0,55(m2K/W) - (Mindestanforderung an jeder Stelle)

Weg 2

= 0,55(m2K/W) - (Mindestanforderung an jeder Stelle)

Weg 3

= 1,40(m2K/W) - wobei für die Innenwandung 0,8 m2 K/W einzuhalten ist.

Weg 4

= 0,55(m2K/W) - (Mindestanforderung an jeder Stelle)

Rechenwerte

Werte für Wärmeübergangswiderstände (bei Standardbedingungen, z. B. normale ungehinderte Luftbewegung):
Rsi = 0,13 m
2K/W (innen) Rse = 0,04 m2K/W (außen)

Stoff

Rohdichte kg/m3

Rechenwert der Wärmeleitfähigkeit l W/(mK)

Normalbeton

2400

2,100

Gipsputz

1200

0,350

Holzwolle-Leichtbauplatte d = 15 mm

570

0,150

Polystyrol-Hartschaum, 0401

0,040

PU-Schaum, 0351

30

0,035

Faserdämmstoffe, 0451

0,045

Sperrholz

800

0,150

Spanplatten

700

0,130

Holzfaserplatten hart

1000

0,170

Holzfaserplatten porös (bituminiert)

300

0,060

Stahl

60

Aluminium

200

1 Wärmeleitfähigkeitsgruppe
Wärmeleitfähigkeit nach DIN 4108 Teil 4

Seite 4

Berechnungen

Formelzeichen
Mit der Einführung der europäischen Normung wurden auch die Formelzeichen und die dazugehörigen Indizes geändert. Zum besseren Verständnis nachstehend eine Gegenüberstellung der wichtigsten Änderungen.

Symbol bisher

Physikalische Größe

Symbol

s

Bauteildicke

d

1/D

Wärmedurchlasswiderstand

R

1/ai

Wärmeübergangswiderstand, innen

Rsi

1/aa

Wärmeübergangswiderstand, außen

Rse

k

Wärmedurchgangskoeffizient

U

1/k

Wärmedurchgangswiderstand

RT

Wärmedurchlasswiderstand R

Der Wärmedurchlasswiderstand R kennzeichnet die Wärmedämmung eines (zusammengesetzten) Bauteils. Er wird aus dem Quotienten von Schichtdicke d und Wärmeleitfähigkeit l berechnet. Bei mehrschichtigen Bauteilen werden die einzelnen Wärmedurchlasswiderstände der verschiedenen Schichten berechnet und zu einem Gesamtwert addiert.

Beispiel: Rolladenkastendeckel aus Sperrholz, Schichtdicke = 10 mm, Wärmeleitfähigkeit l1 (aus Tabelle Seite 3) = 0,15 W/m2K, Dämmung mit PU-Schaum 0351 d2 = 25 mm, l2 = 0,035 W/m2K.

Wärmedurchgangskoeffizient U

Aus dem Wärmedurchlasswiderstand R und den Wärmeübergangswiderständen Rsi und Rse wird der Wärmedurchgangswiderstand RT berechnet. Der Kehrwert von RT ist der Wärmedurchgangskoeffizient U.

Beispiel: Nichttransparente Ausfachung (Füllung an Fenster), R = 1,2 m2K/W (Herstellerangabe), Werte für Wärmeübergang siehe Seite 3

Berechnungsbeispiele

Rolladenkasten Dachgaube

Wie dick müssen die einzelnen Dämmstoffschichten sein, damit ein U-Wert von 0,6 W/m2K erreicht wird? Berechnung nach Rolladenkastenrichtlinie, Ausführung wie nebenstehende Zeichnung, Außenschürze Sperrholz 22 mm, Innenschürze Spanplatte 16 mm, Beplankung Dachsparren Holzfaserplatte hart 4 mm, Rollkastendeckel Sperrholz 10 mm, gedämmt wird mit bitumierten Holzfaserplatten porös.

Die Berechnungsformel muß nach der Dämmstoffdicke umgeformt werden:

Außenschürze

Sparrendämmung (nicht erforderlich bei ausreichender Zwischensparrendämmung)

Innenschürze

Rollkastendeckel

Anmerkung: Die Einhaltung der Mindestwerte des Wärmedurchlasswiderstandes ist nicht die einzige Anforderung an den Wärmeschutz. Ebenso zu beachten ist derAbschnitt 6 der DIN 4108:2001-03, hier wird nämlich für die Mindestanforderung im Bereich von Wärmebrücken der Temperaturfaktor fRsi eingeführt. Um Tauwasserbildung zu vermeiden, sollte dieser Faktor den Wert 0,7 nicht unterschreiten.


Zurück zur Leitseite

oder zur