Integratio® - Fensterhelfer


Montage; Abdichtung, Schutz vor Beschädigung - technischer Stand bis Ende Januar 2002
Zur Seite mit dem technischen Stand ab 01.02.2002

Diese Seite verzweigt auf die Themen Vor dem Abdichten , Dichtebenen, Abdichtungsfunktionen, Lage des Dichtsystems in der Fuge, Fugenbreite, Spritzbare Dichtstoffe, VK-Bänder, Dichtsysteme und Schutz vor Beschädigung. Die ausführliche Behandlung des Themas ist dem "Leitfaden zur Montage" der RAL-Gütegemeinschaft zu entnehmen.


Vor dem Abdichten

Folgende Planungsschritte sollten beachtet werden:

Dichtebenen

Bei der Planung und Montage muß unbedingt beachtet werden, daß die Trennung von Raum- und Außenklima umlaufend und dauerhaft dampfdiffusionsdichter als der Wetterschutz ist. Der Wetterschutz kann umlaufend dicht oder sinnvoll unterbrochen werden. Das Eintreten von Raumfeuchte in die Fuge muß verhindert werden, bzw. eingetretene Feuchte muß nach außen abdiffundieren können. Unsere Ausführungen auf den Seiten Grundsätzliche Hinweise und Wärmeschutz gehen auf die Probleme ein.

Abdichtungsfunktionen

Die Dampfbremse und Windsperre sind grundsätzlich im Innenbereich von Bauteilen anzuordnen. Durch sie wird verhindert, daß Raumluft und -feuchte in die Konstruktion eindringt und diese dann an Stellen, deren Oberflächentemperaturen unterhalb der Taupunkttemperatur liegen, als Tauwasser ausfällt. Ebene (3) - siehe die Ausführungen unter Grundsätzliche Hinweise - gewährleistet bei richtiger Ausführung diese Anforderung. Der Wetterschutz besteht aus der Regensperre. Er kann je nach Ausführung eine zusätzliche Windsperre beinhalten.

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Zur rechts obenstehende Abbildung: Einstufiger Wetterschutz: In der Regensperre ist eine zusätzliche Windsperre enthalten. Mit spritzbaren Dichtstoffen, vorkomprimierten Dichtbändern oder Bauabdichtungsbahnen werden die äußeren Fugen abgedichtet.

Zur links obenstehenden Abbildung: Zweistufiger Wetterschutz: Wind- und Regensperre sind räumlich getrennt. Die Windsperre liegt in Ebene (3). Die Regensperre erfolgt über Formteile vor der Konstruktion. Durch Winddruck kann Wasser in die Konstruktion gelangen. Es muß wieder sicher nach außen abgeleitet werden können.

Lage des Dichtsystems in der Fuge

Das Postulat der dauerhaft dichten Trennung von Raum- und Außenklima wird in den untenstehenden Abbildungen verdeutlicht. Die Feuchtigkeit in der Fuge, bei gleichen klimatischen Bedingungen, wird bestimmt durch die Lage des Dichtsystems in der Fuge. Die dampfdichte Abdichtung im inneren/raumseitigen Anschlußbereich verhindert das Einströmen von Raumluft in die Fuge. Der Fugenraum bleibt trocken, wenn er nach außen geöffnet oder dampfdiffusionsoffener gestaltet wird.

Bei Abdichtung der äußeren Anschlußfuge und Öffnen der Fuge zur Raumseite dringt Raumluft in die Fuge ein. Der Feuchtegehalt in der Fuge steigt. Die Fugentemperatur entspricht der Taupunkttemperatur. Tauwasser fällt aus und führt unweigerlich zur Schädigung des Anschlußbereiches.

Noch einmal (sinngem./auszugsweise) aus dem "Leitfaden zur Montage" von der RAL-Gütegemeinschaft: Der Abdichtung der Anschlußfuge von Fenstern zum Baukörper wird eine besondere Rolle zuteil. Eine mangelhafte Abdichtung ist meist die Hauptursache von Bauschäden. Die wichtigsten Funktionen der Abdichtung sind

Dampfbremse, Windsperre [Funktionsebene (3)]

Schallschutz, Wärmeschutz [Funktionsbereich (2)]

Regensperre [Funktionsebene (1)]

Zur Verdeutlichung

noch einmal

das Bild von

der Seite

Grundsätzliche Hinweise

in verkleinerter

Darstellung:

Fugenbreite

Die Fugenbreite wird bestimmt durch die temperatur- und feuchtigkeitsbedingten Maßänderungen der Rahmenprofile. In Tabelle 3 und 4 des "Leitfaden zur Montage" der RAL-Gütegemeinschaften werden die Mindestfugenbreite bzw. die Mindestband-Dicke angegeben, die zur Fugendimensionierung, abgestimmt auf das Dichtsystem, in der Planung dienlich sind.

Das Einhalten der Mindestfugenbreiten entbindet nicht davon, die Herstellerangaben zu Dichtstoffen und Dichtbändern zu beachten. Meist geben die Hersteller für ihr Produkt die optimalen Fugenbreiten an. Für den Planer gilt, daß ein Mindestkompressionsgrad von 1:5 bis 1:3 bei vorkomprimierten Dichtbändern eingehalten werden sollte. Ferner sollte die Bewegungsaufnahmefähigkeit des spritzbaren Dichtstoffes in Bezug zur Fugenbreite und Rahmenart gesichert sein.

Bei der Abdichtung mit Bauabdichtungsbahnen sind die Fugenbreiten so zu wählen, daß das Bewegungsverhalten der Rahmenwerkstoffe nicht beeinträchtigt wird. Werden Bauabdichtungsbahnen zur Außenabdichtung als Regensperre eingesetzt, ist die Fuge so auszubilden, daß Belüftungsmaßnahmen (z.B. geschlitzte Formteile) zur Außenseite, in ihr Platz finden.

Spritzbare Dichtstoffe

Sie können je nach Anforderung sinnvoll kombiniert werden.

Spritzbare Dichtstoffe: Neben den am Bau zum Abdichten von Fensteranschlußfugen verwendeten Silikon-Dichtstoffen werden auch Acrylat-, Polysulfid- und Polyurethan-Dichtstoffe verwendet.

Eine sehr wichtige Eigenschaft des Dichtstoffes ist seine Bewegungsaufnahmefähigkeit. Sie ist von Material und Dicke des Dichtstoffes abhängig und wird in Prozent angegeben. Generell gilt für den Fugenquerschnitt, daß die Dichtstoffdicke "d" die halbe Fugenbreite "b" sein soll (d = 0,5 x b).

Um diese einhalten zu können, sind nichtsaugende geschlossenzellige Hinterfüllmaterialien erforderlich, wodurch die Einbringtiefe des Dichtstoffes definiert wird.

Spritzbare Dichtstoffe sollen auf ihren Untergründen gut haften. Deshalb müssen die Haftflächen vorab auf ihre Haftfähigkeit untersucht werden. Mit Primern (Haftvermittlern) kann die Haftfähigkeit entscheidend verbessert werden. Es sollten nur vom Dichtstoff-Hersteller empfohlene Primer eingesetzt werden, die für beide Fugenflanken geeignet sind.

Die Praxis hat gezeigt, daß Imprägnierungen oder Versiegelungen von Betonbauteilen, Ortschaumrückstände und sonstige Verschmutzungen im Bereich der Haftflächen das Haftverhalten der Dichtstoffe stören. Trotz der Verwendung von Primern können hier die Hafteigenschaften oft nicht verbessert werden. Folglich ist es unbedingt erforderlich die Bausituation im Vorfeld abzuklären.

Grundlagen für dieses Thema sind durch Veröffentlichung des Abschlußberichts (Kurztitel) "Anschluß der Fenster zum Baukörper" im Februar 1977 veröffentlicht / heraugegeben worden. Es handelte sich um einen Abschlußbericht zum vom BmBau in Auftrag gegebenen und vom ift unter Prof. Seifert ausgeführten Forschungsauftrag.

Dort wird bspw. für Alu dunkel eine Temperatur von über 80 °C und für Alu hell ca. 60 °C ausgewiesen. Die bspw. bei grauen Alu-Fensterbänken zu berücksichtigende Farbe kann bei annähernd horizontal angeordneter Oberfläche mit ca. -10 bis +60 °C; also mit einer Temperaturdifferenz von ca. 70 °C angenommen werden.

Der für Alu (AlMgSi 0,5) anzusetzende lineare Ausdehnungskoeffizient ist mit 23,4 · 10-6 bzw. ca. 0,023 mm/m °C zu berücksichtigen.

Für die an der Fensterlaibung herzustellende Fuge ist die halbe Länge der relevanten Fensterbanklänge anzusetzen; bei einer angenommenen Fensterbanklänge von 2,80 m also 1,40 m. Somit sind Längenänderungen von 70 · 0,023 · 1,4 = 2,3 mm zu berücksichtigen.

Sofern man davon ausgeht, daß Material (Klasse "E") verwendet wird, welches auf Dauer eine Gesamtdehnung von 25 % gewährleistet, ergibt sich daraus wiederum die Ermittlung der erforderlichen Fugenbreite.

= zul.Ge = zulässige Gesamtdehnung = 25 % (Silikon)

Somit ergäbe sich für eine zu erwartende Gesamtlängenänderung von 2,3 mm eine Fugenbreite von = 18 mm.

Bei der Bewertung ist davon auszugehen, daß die Fugentiefe mit ca. 1/2 der Fugenbreite dimensioniert und geeignetes Hinterfüllmaterial verwendet wird. Die Verarbeitungshinweise der Materialhersteller sind zu beachten. Haftflächen sind ordnungsgemäß zu reinigen, ggf. nach Empfehlungen der Hersteller vorzubehandeln usw.

Für die Dimensionierung der Fugen aus spritzbarem Dichtstoff der Klasse "E", steht die nachfolgende Tabelle.

Anschlagart

Werkstoff der Fensterprofile

Elementlänge in m

bis 1,5

bis 2,5

bis 3,5

bis 4,5

bis 2,5

bis 3,5

bis 4,5

Mindestfugenbreite für stumpfe Laibung bS in mm

Mindestfugenbreite für Innenanschlag bA in mm

PVC hart (weiß)

10

15

20

25

10

10

15

PVC hart (dunkel) und PMMA-Koextrudate (dunkel/farbig)

15

20

25

30

10

15

20

Harter PUR-Integralschaumstoff

10

10

15

20

10

10

15

Aluminium-Kunststoff-Verbundprofile

10

10

15

20

10

10

15

Aluminium-Kunststoff-Verbundprofile (dunkel)

10

15

20

25

10

10

15

Holz

10

10

10

10

10

10

10

bSti Mindestfugenbreite für stumpfe Laibung, raumseitig
bSta Mindestfugenbreite für stumpfe Laibung, außenseitig
bAa Mindestfugenbreite für Innenanschlag, außenseitig

Analog Tabelle 5.1 - Mindestfugenbreiten b für Anschlußfugen mit Dichtstoff - aus "RAL-Leitfaden zur Montage"

Hinweise zu spritzbaren Dichtstoffen - allgemein Versiegelungsmaterial genannt

Der Dichtstoff soll wie ein dichtendes Gummiband zwischen den zueinander abzudichtenden Elementen angeordnet sein. Damit die Haftung ausreichend ist und keine schädlichen Spannungsunterschiede entstehen, sollten die Hafflächen vorher - sofern erforderlich - geglättet und geprimert werden. Nur mit ausreichender Haftung kann der Dichtstoff die auftretenden Kräfte aufnehmen und an die Haftflächen weiterleiten.

Die obenstehende schematische Darstellung verdeutlicht, wie die Dichtstoffuge oben im Normalzustand und darunter links im gereckten (wenn bspw. "ein Kunststoffensterrahmen bei niedriger Temperatur kleiner wird") und rechts im gestauchten Zustand ( wenn "der Kunststoffensterrahmen bei hoher Temperatur gößer wird") bei annähernd unveränderter Querschnittsfläche (in mm2) den Fugenbereich abdichtet.

Mit dieser schematischen Darstellung wollen wir verdeutlichen, zu welchen Schädigungen es in der Dichtstoffuge kommt, wenn - wie häufig als Mangel festzustellen - die Fuge ohne Hinterfüllmaterial ausgeführt wird. Wenn die Dichtstoffdicke zu groß ist, sind Ein-, Abrisse usw. und damit Feuchtigkeitseintritt nicht zu vermeiden.

VK-Bänder

Anschlagart

Werkstoff der Fensterprofile

Elementlänge in m

bis 1,5

bis 2,5

bis 3,5

bis 4,5

bis 2,5

bis 3,5

bis 4,5

Mindestfugenbreite für stumpfe Laibung bS in mm

Mindestfugenbreite für Innenanschlag bA in mm

PVC hart (weiß)

8

8

10

10

8

8

8

PVC hart (dunkel) und PMMA-Koextrudate (dunkel/farbig)

8

10

10

12

8

8

8

Harter PUR-Integralschaumstoff

6

8

8

10

8

8

8

Aluminium-Kunststoff-Verbundprofile

6

8

10

10

8

8

8

Aluminium-Kunststoff-Verbundprofile (dunkel)

6

8

10

10

8

8

8

Holz

6

8

8

8

6

8

8

Für diese Mindestfugenbreiten sind imprägnierte Dichtungsbänder aus Schaumkunststoff nach DIN 18542 zu verwenden. Der Einsatz muß in Abstimmung mit dem Bandhersteller vorgenommen werden.

Analog Tabelle 5.3 - Mindestfugenbreiten b für Anschlußfugen mit imprägnierten Schaumkunststoffbändern - aus "RAL-Leitfaden zur Montage"

Hinweis: Insbesondere bei der Abdichtung zum Mauerwerksanschlag aus Verblendern oder Klinkerschalen ist zu beachten, daß nicht geglättete Mauerwerksanschläge teilweise tiefe Nuten in den Fugenbereichen aufweisen. Die Abdichtung mit vorkomprimierten Bändern kann derartige Fugen nicht abdichten.

Dichtsysteme

Die Wahl des richtigen Dichtsystems wird beeinflußt durch das Außenwandsystem. Es macht einen großen Unterschied, ob man den Anschluß im Neubau oder im Altbau abzudichten hat. Im Neubau kann der Anschluß von Grund auf neu geplant werden. In der Altbausanierung sind die Leibungsflächen oftmals in ihrem Grundzustand beizubehalten. Die Wahl der Dichtsysteme und die Anschluß- und Abdichtungsausführungen werden dadurch eingeschränkt. Zur Erfüllung der einzelnen Funktionen werden entsprechende Dichtsysteme eingesetzt:

Konstruktive Maßnahmen (z.B. Formteile Leisten). Usw.

Die untenstehende Abbildung zeigt links eine ordnungsgemäße und rechts eine mangelhafte Anschlußausbildung für Anschlüsse mit stumpfer Laibung aus dem Neubaubereich.

Äußere Abdichtung mit elastischem Dichtstoff. Haftfläche am Blendrahmen durch Nutprofil vorhanden.

Innere Abdichtung mit Integratio® BuDi-Leiste mit hoher Diffusionsdichte dauerhaft abgedichtet. Putz haftet auf Vlies aus Kunststoffgewebe, am Blendrahmen verhindert Kellenschnitt unkontrollierte Rißbildung.

Äußere Abdichtung mit elastischem Dichtstoff ohne Hinterfüllmaterial. Haftfläche am Blendrahmen mangelhaft, Nutprofil fehlt.

Bei Stauchung und Dehnung des Dichtstoffes wird es zu Ein- und Abrissen und in der Folge zum Feuchtigkeitseintritt kommen.

Diese untenstehende Abbildung zeigt links eine ordnungsgemäße und rechts eine mangelhafte Anschlußausbildung für den Anschluß von Fenstern mit erhöhtem Schallschutz. Gebäude mit Beton-Innenmauerwerk und Wärmedämmverbundsystem.

Forderung aus dem Schallschutz: Innen und außen dauerelastisch abdichten.

Äußere Abdichtung mit elastischem Dichtstoff ordnungsgemäß ausgeführt.

Innere Abdichtung mit Integratio® BuDi-Leiste (diffusionsdichter als äußere Abdichtung) ordnungsgemäß ausgeführt.

Anschlußbereich mit (Spezial-) PU-Schaum vollsatt verfüllt/verfüllbar.

Innere und äußere Abdichtung mit elastischem Dichtstoff scheinbar ordnungsgemäß ausgeführt.

Kein Diffusionsgefälle nach außen.

Bereich zwischen den Hinterfüllbändern kann nicht ordnungsgemäß verfüllt werden; Fehlstellen führen zum "Schalleinbruch".

Die untenstehende Abbildung zeigt links eine ordnungsgemäße und rechts eine mangelhafte Anschlußausbildung der Innenanschlüsse aus dem Sanierungs-/Altbaubereich.

Äußere Abdichtung mit VK-Band.

Innere Abdichtung mit Integratio® DoDi-Leiste mit Versiegelung als dauerhafter Abgedichtung.

Äußere Abdichtung mit elastischem Dichtstoff ohne Hinterfüllmaterial. Bei Stauchung und Dehnung des Dichtstoffes wird es zu Ein- und Abrissen und in der Folge zum Feuchtigkeitseintritt kommen.

Blendrahmenaußenmaß so gewählt, daß umlaufend Fuge bleibt, damit Fenster "problemlos paßt". Innenseite mit Beiputz. Mit Pfeil gekennzeichneter Bereich wird nach kurzer Zeit Rißbildung zwischen Rahmen und Putz und/oder Haarrisse im Putz zeigen.

Innen nicht winddicht, Luftfeuchtigkeit kann in den Anschlußbereich eindringen und in diesem kondensieren ...

Aufgrund der in der jüngeren Vergangenheit entstandenen Veränderungen im Wärmeschutz ist davon auszugehen, daß in Bälde Dichtsysteme in den Handel gebracht werden, die den veränderten Forderungen gerecht werden und eine einfache Handhabung/Montage ermöglichen. Aus diesem Grund ist damit zu rechnen, daß sich dieser Teil unserer Beratungsseite entsprechend verändert.

Weitere Hinweise finden Sie im "Leitfaden zur Montage" der RAL-Gütegemeinschaften.

Schutz vor Beschädigung

Sofern in den Vorbemerkungen nicht besonders aufgeführt bzw. vertraglich anders vereinbart wird, gilt gem. VOB, Teil B, § 4, "Ausführung", Abs. 5.

Der Auftragnehmer hat die von ihm ausgeführten Leistungen und die ihm für die Ausführung übergebenen Gegenstände bis zur Abnahme vor Beschädigung und Diebstahl zu schützen.


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