Integratio® - Fensterhelfer


Montage; Maße, Befestigung - technischer Stand bis Ende Januar 2002
Zur Seite mit dem technischen Stand ab 01.02.2002

Diese Seite verzweigt auf die Themen DIN 18202 "Toleranzen im Hochbau", Anmerkung zu den Grenzabmaßen, Lichte Maße, Rahmenaußenmaße, Lastabtragung und Befestigungsmittel.


DIN 18202 " "Toleranzen im Hochbau"

Das Institut des Glaserhandwerks für Verglasungstechnik und Fensterbau hat die Fensterbauer Mitte 1986 zur DIN 18202, 05.86 sinngemäß wie folgt informiert:

In der Technischen Information Ausgabe III/85 wurde der Entwurf DIN 18202 "Toleranzen im Hochbau; Bauwerke" 12.84 vorgestellt. In diesem Normvorhaben sind die zukünftigen Maßtoleranzen für Bauwerksöffnungen und Boden/Deckenebenheiten geregelt.

DIN 18202 ist inzwischen als Weißdruck erschienen und ersetzt folgende Normen:

DIN 18202 Teil 1 3.69 "Maßtoleranzen im Hochbau; zulässige Abmaße für die Bauausführung; Wand- und Deckenöffnung, Nischen, Geschoß- und Podesthöhen."

DIN 18202 Teil 4 6/74 "&emdash;; Abmaß für Bauwerksabmessungen".

DIN 18202 Teil 5 10/79 "&emdash;; Ebenheitstoleranzen für Flächen von Decken und Böden".

Beiblatt 1 zu: DIN 18202 Teil 4 und Ersatz für E DIN 18202 Teil 4 04/82 und E Beiblatt 1 zu DIN 18201 11/80.

Häufig wird gefragt, welche Mauerwerksöffnungsmaße, Winkel- oder Ebenheitstoleranzen im Bauwesen zugelassen sind, die beim Aufmaß oder beim Einbau von Bauteilen zu berücksichtigen sind. Daher hat DIN 18202 für den Glaser/Fensterbauer eine wesentliche Bedeutung, denn darin sind die Grenzabmaße, Winkel oder Ebenheitstoleranzen festgelegt.

Anmerkung zu den Grenzabmaßen

Das Grenzabmaß ist die Differenz zwischen Soll- und Istmaß, wobei das Sollmaß die Größe und Lage eines Bauteils kennzeichnet und in Zeichnungen eingetragen wird. Unter Grenzmaß versteht man das äußerste zulässige und durch Nachmessen festgelegte Istmaß.

Nachfolgend sind die wesentlichen Abmaße und Toleranzen auszugsweise für den Glaser/Fensterbauer aufgeführt; Grenzabmaße für Wandöffnungen nach DIN 18202.

Bezug

Grenzabmaße in mm
bei Nennmaßen in m

bis 3 m

3 m bis 6 m

Öffnungen, z.B. für Fenster, Türen, Einbauelemente

± 12

± 16

Öffnungen wie vor; jedoch mit oberflächenfertigen Laibungen

± 10

± 12

Bezug

Stichmaße als Grenzwerte
in mm Nennmaßen in m

bis 1

1 bis 3

3 bis 6

Vertikale, horizontale und geneigte Flächen

6

8

12

Lichte Maße, Rahmenaußenmaße

Üblicherweise wird das Fenster so gemessen, daß der Blendrahmen umlaufend ca. 10 bis 15 mm Luft zum Laibungsmauerwerk hat. Dieses Luftmaß kann selbstverständlich nur unter Berücksichtigung von Elementgröße, Material und zu erwartenden Maßänderungen bestimmt werden. Die Mindestfugenbreiten zwischen den Bauteilen sind, wie Achs- und Rastermaße, Festmaße. Bautoleranzen sind bereits bei der Planung und Herstellung der Elemente berücksichtigt werden, nicht erst bei der Montage. Der Ausgleich der Toleranzen darf die Mindestfugenbreiten nicht reduzieren; beachte:

erf. Fugenbreite = erf. Mindestfugenbreite + [Toleranzen]

Lastabtragung

Die Kräfte in Fensterebene werden über Tragklötze in das Bauwerk abgeleitet. Sie dürfen nur auf Druck belastet werden. Dübel, Laschen und dergleichen sind zur Lastabtragung nicht ausreichend. Dabei ist auf eine ausreichende Biegesteifigkeit der Rahmenprofile und auf eine richtige Anordnung der Tragklötze im Bereich von Rahmenecken, Pfosten und Riegeln zu achten. Die Dimensionierung der Tragklötze hat so zu erfolgen, daß nachfolgende Abdichtungsmaßnahmen nicht behindert werden. Sie sind auf die Rahmendicke abzustimmen. Keile, die während der Montage als Fixierhilfen dienen, müssen nach der Befestigung unbedingt entfernt werden.

Die Auswahl der geeigneten Tragklötze sollte berücksichtigen, daß

Aufgrund der in der jüngeren Vergangenheit entstandenen Veränderungen im Wärmeschutz ist davon auszugehen, daß in Bälde geeignete Elemente in den Handel gebracht werden. Aus diesem Grund ist damit zu rechnen, daß sich dieser Teil unserer Beratungsseite entsprechend verändert.

Befestigungsmittel

Neben der richtigen Tragklotzwahl und -anordnung müssen die Fenster ausreichend im Baukörper mit entsprechenden Befestigungsmitteln befestigt werden.

Um das Längenänderungsverhalten der Rahmenwerkstoffe zu berücksichtigen, sind im einzelnen Befestigungsabstände festgelegt.

Ankerabstand bei Aluminiumfenstern: max. 80 cm bei Holzfenstern: max. 80 cm bei Kunststoffenstern: max. 70 cm.

Abstand von der Innenecke 10 bis 15 cm.

Abstand bei Pfosten und Riegeln von der Innenseite des Profils 10 bis 15 cm.

Die Kriterien, nach denen ein Befestigungssystem ausgewählt wird, sind abhängig von:

Zum Einsatz kommen:

Rahmendübel werden auf Schub-, Scher-, und Biegespannungen belastet. Deshalb sind dem Einsatz des Rahmendübels, besonders bei schweren Lasten, wegen des notwendigen Abstandes zwischen Wand und Rahmen Grenzen gesetzt. Ferner ist auf eine ausreichende Dimensionierung nach Angaben der Hersteller zu achten.

Laschen (Schlaudern) sind relativ biegeweich. Dadurch werden die Längenbewegungen der Rahmenwerkstoffe gut aufgenommen. Das Befestigungsmittel Lasche wird hauptsächlich auf Scherung beansprucht, deshalb ist die Belastbarkeit größer als bei der Verwendung von Rahmendübeln. Jedoch können Laschen nur Lasten senkrecht zur Fensterebene aufnehmen.

Anker können starke Lasten aufnehmen. Bei vorgehängten Fassaden und anderen schweren Lasten finden sie Verwendung. Ihre Zug- und Scherbelastung wird statisch berechnet.

Zusammenfassung:

Tragklötze leiten die am Fenster auftretenden Kräfte in das Bauwerk ab. Nachfolgende Arbeiten einschließlich der Abdichtungsmaßnahmen dürfen durch Tragklötze und Befestigungsmittel nicht behindert werden. Ortschäume, Kleber oder ähnliche Baumaterialien sind als Befestigungsmittel unzulässig; die Befestigung muß mechanisch erfolgen.

Es muß wohl nicht darauf hingewiesen werden, daß die Befestigungpunkte möglichst nahe an den Last-Übertragungspunkten (Schließstücke u. dgl.) angeordnet sein sollten. In den Entwässerungszonen der unteren waagerechten Blendrahmenteile dürfen keine Rahmendübel gesetzt sein.

Weitere Hinweise finden Sie im "Leitfaden zur Montage" der RAL-Gütegemeinschaften.


Zurück zur Leitseite

oder zur