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Montage; Schallschutz - technischer Stand bis Ende Januar 2002
Zur Seite mit dem technischen Stand ab 01.02.2002

Diese Seite verzweigt auf die Themen Schalltechnische Begriffe, Fenster und Schallschutz, Nomogramm zur Ermittlung des maßgeblichen Außenlärmpegels vor Hausfassaden, Tabelle 8 - Anforderungen an die Luftschalldämmung von Außenbauteilen, Tabelle 9 - Korrekturwerte für das erf. Schalldämm-Maß, DIN 4109 "Schallschutz im Hochbau", VDI-Richtlinie 2719 "Schalldämmung von Fenstern und deren Zusatzeinrichtungen", Anschlussbeispiele für Schallschutzklassen (n. VDI-Richtlinie 2719).

Bauphysikalische Grundlagen Schallschutz

Schallschutzfenster werden zwar häufig mit der Beschreibung geliefert, "... mit Schallschutzglas 43 dB"; das sollte aber einmal genauer betrachtet werden.

Die Aussage "43 dB" kann so nicht stehen bleiben, weil sie so isoliert nichts aussagt - sie ist Hinweis für Aufklärungsbedarf. Nachstehend der Versuch, die Schalltechnischen Begriffe laienverständlich zu erläutern.

Schalltechnische Begriffe

Der A-Schalldruckpegel bzw. A-bewerteter Schallpegel ist das Maß für die Stärke des Schalldrucks, Angabe in dB. Ergänzender Hinweis: Die Bewertung A sagt, daß die Frequenzen < 1000 Hz und > 5000 Hz abgeschwächt in das Gesamtergebnis eingehen.

Die Schallpegeldifferenz D bezeichnet die Differenz zwischen dem Schallpegel im Senderaum und dem Schallpegel im Empfangsraum. Auf weitere Differenzierungen - bspw. die Berücksichtigung der Absorptionsfläche zur Ermittlung von Dn - soll hier nicht weiter eingegangen werden.

Das Schalldämm-Maß R kennzeichnet die Luftschalldämmung von Bauteilen.

Bei der Messung zwischen zwei Räumen (Prüfstand, Zweiraumverfahren) wird das Schalldämm-Maß R aus der Schallpegeldifferenz D, der äquivalenten Absorptionsfläche A des Empfangsraums und der Prüffläche S des Bauteils bestimmt.

Bei der Messung am Bau wird das zu prüfende Bauteil von außen beschallt.

Durch Anfügen besonderer Kennzeichnungen wird das Schalldämm-Maß unterschieden. Das "Labor-Schalldämm-Maß" R wird verwendet, wenn der Schall nur durch das Bauteil übertragen wird; Prüfstand ohne Flankenübertragung nach DIN 52210 Teil 2. Das "Bau-Schalldämm-Maß" wird verwendet, wenn Flanken- oder Nebenwegübertragungen berücksichtigt werden.

Bewertetes Schalldämm-Maß RW und W; Bezeichnung der Luftschalldämmung von Bauteilen. Das Schalldämm-Maß wird mittels Terzfilter-Analyse bestimmt und die Bezugskurve (gem. Auswertevorschrift nach DIN 52210 Teil 4) bei 500 Hz auf ganze dB verschoben.

Fenster und Schallschutz

Mit der Neuausgabe (Nov. 1989) von DIN 4109 "Schallschutz im Hochbau" wurde der - Abschnitt 5 - "Schutz gegen Außenlärm" mit aufgenommen. Die Dichtheit eines Fensters wird in der Praxis den Wert der Schalldämmung bestimmen. Die peripheren Elemente sind ebenso zu beachten; so bspw. Rolladenkästen, Lüftungseinrichtungen und Bauanschlussfugen.

Bestehen besondere Anforderungen an den Schallschutz, so ist nicht nur die vollständige (vollsatte) Ausfüllung des Fugenbereiches mit einem Dämmstoff notwendig, ggf. sind zusätzliche Maßnahmen (Verleistungen o.dgl.) erforderlich. Als Dämmstoff für die Verfüllung kommen bspw. in Frage: Mineralwolle, Schaumstoffbänder, Ortschäume und Naturprodukte (Schafwolle, Sisal, Flachs, Kork o.dgl.) mit dämmenden Eigenschaften.

Während bei der Wärmedämmung grundsätzliche, allgemein gültige Anforderungen gestellt werden können, ist der Schallschutz durch individuelle objektbezogene Lärmschutzmaßnahmen zu bestimmen. Dazu ist die Ermittlung gem. DIN 4109 Abschnitt 5.5 des Außenlärmpegels erforderlich. Die Einstufung in Lärmpegelbereiche kann anhand des untenstehenden Nomogramms erfolgen, sofern keine anderen Festlegungen in Form von gesetzl. Vorschriften, Verwaltungsvorschriften, Bebauungsplänen oder Lärmkarten maßgebend sind.

Nomogramm zur Ermittlung des maßgeblichen Außenlärmpegels vor Hausfassaden

Die angegebenen Pegel wurden für straßentypische Verkehrssituationen nach DIN 18005 Teil 1/05/87, Abschn. 6 berechnet. Der Zuschlag von 3 dB (A) gegenüber der Feldausbreitung ist berücksichtigt.

Im obenstehenden Nomogramm ist mit grau unterlegter breiter Linie ein Ablesebeispiel eingetragen. Bei 1000 Fahrzeugen/Tag und 200 m Entfernung zur Straße ergibt sich bei Autobahnen und Autobahnzubringern ein Mittelungspegel von 51 dB (A).

Zu den Mittelungspegeln sind ggf. folgende Zuschläge zu addieren:

+ 3 dB (A), wenn der Immissionsort an einer Straße mit beidseitig geschlossener Bebauung liegt,

+ 2 dB (A), wenn die Straße eine Längsneigung von mehr als 5 % hat,

+ 2 dB (A), wenn der Immissionsort weniger als 100 m von der nächsten lichtsignalgeregelten Kreuzung oder Einmündung entfernt ist.

Anhand des ermittelten Lärmpegelbereichs und der Raumnutzung wird das erforderliche bewertete resultierende Schalldämm-Maß erf. w, res. für das Außenbauteil entsprechend der nachfolgenden Tabelle bestimmt.

Tabelle 8 - Anforderungen an die Luftschalldämmung von Außenbauteilen

Tabelle 9 - Korrekturwerte für das erforderliche Schalldämm-Maß nach Tabelle 8 in Abhängigkeit vom Verhältnis S(W + F)/SG

DIN 4109 "Schallschutz im Hochbau" -
VDI Richtlinie 2719 "Schalldämmung von Fenstern und deren Zusatzeinrichtungen"

Die DIN 4109 und die VDI Richtlinie 2719 stellen schalltechnische Anforderungen an das Fenster im eingebauten Zustand dar. DIN 4109 teilt die Mindestanforderungen an die Luftschalldämmung in sieben Lärmpegelbereiche mit maßgeblichen Außenlärmpegeln ein (siehe DIN 4109 S. 32 Tabelle "Anforderungen an die Luftschalldämmung von Außenbauteilen"). Gefordert wird ein erforderliches resultierendes Schalldämm-Maß erf. R´w,res des Außenbauteils (Außenwand + Fenster). Im Gegensatz dazu sind die Anforderungen in der VDI-Richtlinie 2719 in sechs Schallschutzklassen unterteilt (SSK I bis SSK Vl). Maßgeblich ist das bewertete Schalldämm-Maß des Fensters im funktionstüchtig eingebauten Zustand. Die Außenwand bleibt hierbei unberücksichtigt.

Zur Erfüllung der erforderlichen Schalldämm-Maße stellen Norm und Richtlinie entsprechende allgemeine Grundforderungen an die Anschlußausbildung. "Zwischen Fensterrahmen und Außenwand vorhandene Fugen müssen nach dem Stand der Technik abgedichtet sein." (DIN 4109 Beiblatt 1 Seite 55 Abs. 10.1.2). Ferner heißt es, daß "die Schalldämmung von Fenstern [...] wesentlich von der Dichtigkeit der Fugen beeinflußt" wird. "Sie nimmt mit größer werdenden Fugenbreiten und -längen ab" (VDI-Richtlinie 2719 Abs. 2.5).

Für Neubauten ist zu nächst DIN 4109 allgemein verbindlich. Die VDI-Richtlinie kann in Fällen, in denen DIN 4109 nicht gilt, vereinbart werden.

Anschlußbeispiele für Schallschutzklassen (nach VDI-Richtlinie 2719)

Für die nachfolgenden Betrachtungen ist interessant, welche Einwirkungen die Variation des Fensteranschlags im Baukörper auf die Fugenschalldämmung hat. DIN 4109 bleibt unberücksichtigt, weil nur das Bauteil Fenster mit zugehöriger Abdichtungsmaßnahme von Bedeutung ist.

*Tabelle 2 - Schallschutzklassen von Fenstern (nach VDI 2719)*


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