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Montage; Wärmeschutz - technischer Stand: ab 01. Februar 2002
Zur Seite mit dem technischen Stand bis Ende Jauar 2002

Diese Seite verzweigt auf die Themen Wärme- und Feuchteverhalten, Hinweise zu den wesentlichen Änderungen durch Einführung der EnEV (Energie-Einspar-Verordnung), dem Temperaturfaktor fRsi und dem längenbezogenen Wärmedurchgangskoeffizienten (-Wert).

Bauphysikalische Grundlagen

Die technischen Regelwerke

geben Anforderungen für die Planung der Ausführung vor, um den Wärme- und Feuchtehaushalt des Bauwerks zu regeln und den Innenraum vor Außenlärm zu schützen.

Wärme- und Feuchteverhalten

In den Regelwerken werden also die Anforderungen an die Ausführung von Bauteilen formuliert, um den Wärme- und Feuchtehaushalt des Bauwerks zu regeln und den Innenraum vor Außenlärm zu schützen; demgemäß gilt es zu klären, welche Erwartungen diesbezüglich an den Anschlussbereich des Fensters zum Baukörper gestellt werden.

In DIN 4108-7 werden zur Erstellung von luftdichten Anschlüssen und Bauteilen Planungs- und Ausführungsempfehlungen gegeben, sowie Ausführungsbeispiele (sinngemäß wie nebenstehend) dargestellt.

DIN 4108-7 behandelt keine funktionsbedingten Fugen und Öffnungen in der Gebäudehülle (bspw. Gurtdurchführungen an Rolladenkästen) oder Fugen an zu öffnenden Bauteilen wie Fensterflügel.

Die zentrale Forderung lautet

Fugen der Außenhülle eines Gebäudes sind entsprechend dem Stand der technik dauerhaft abzudichten.

Zusätzlich ist zu beachten, dass der Regenschutz des Gebäudes auch im Bereich der Fugen und Anschlüsse sichergestellt sein muss.

Die WSchV hat allgemeine Forderungen gestellt und die EnEV stellt konkrete Anforderungen an die Anschlussausbildung: Hier wird die Dichtheit angesprochen. "Die sonstigen Fugen in der wärmeübertragenden Umfassungsfläche müssen dem Stand der Technik entsprechend dauerhaft luftundurchlässig abgedichtet sein."

Der Wärmedurchgang über den Anschlussbereich wird wesentlich von der Einbauebene des Fensters sowie von der richtigen Anordnung von Dämmschichten im Anschlussbereich bestimmt.

Bei der Ermittlung des höchstzulässigen Heizwärmebedarfs von Gebäuden müssen zukünftig/ nunmehr auch die Wärmebrücken berücksichtigt werden.

Das Wärme- und Feuchteverhalten der Anschlussfuge wird bestimmt durch die Innen- und Außenklimate.

Zur Vereinheitlichung aller nachfolgenden Betrachtungen wird das Klima

nach DIN 4108 Teil 3 festgesetzt. Die weiteren Ausführungen dazu sollten Sie der Seite mit dem technischen Stand bis Ende Jauar 2002 entnehmen. Die nachfolgenden Hinweise beziehen sich auf die durch Einführung der EnEV (Energie-Einspar-Verordnung) am 01. Februar 2002 entstandenen Veränderungen.

Durch weitere Verbesserung des Wärmeschutzes nimmt der Einfluss der kritischen Bereiche - Wärme-/Kältebrücken zu. Auch wenn die Wärmeverluste über (sogenannte) unvermeidbare Wärmebrücken nach der EnEV bei der Energiebilanz zu brücksichtigen sind, werden bspw. Schimmelflecken an Stellen, in denen Befestigungsanker angeordnet sind, zu (berechtigten?) Reklamationen führen.

Da die Baupraxis Tauwasserbildung und in der Folge Schimmelpilzbildung in Wärmebrückenbereichen gezeigt hat, wird in der DIN 4108-2, Ausg. März 2001, in den Wärmebrückenbereichen ein Mindestwärmeschutz gefordert. Die Planung soll (muss) die Detailausbildung des Fensteranschlusses auch unter Beachtung dieser Gesichtspunkte vorgeben.

Der Mindestwärmeschutz in den Fensteranschlussbereichen ist auch bei der Altbausanierung zu beachten. Beim Fensterwechsel im Altbau wird im Normalfall kein Planer vorhanden sein; somit muss der Fensterbauer seiner Hinweis- und Aufklärungspflicht nachkommen.

Außenwände im Altbau erfüllen selten die Forderungen bezüglich Mindestwärmeschutz; dies trifft insbesondere bei monolithischem Mauerwerk zu.

Die relative Luftfeuchtigkeit bezeichnet den Feuchtegehalt der Luft bezogen auf die Sättigungsmenge. Die linke senkrechte Zahlenangaben in der rechts nebenstehenden Abbildung nennt den Wassergehalt der Luft in Gramm pro Kubikmeter. Ein Wassergehalt von z.B. 8,65 g/m3 bei 20 °C entspricht einer relativen Luftfeuchtigkeit von 50 %. Für eine Raumluft mit einer Temperatur von 20 °C und einer relativen Luftfeuchtigkeit von 50 % bedeutet dies, dass in der Luft 50 % der maximal möglichen Menge Wasser (als Wasserdampf) gelöst sind.

Im untenstehenden Bild ist die Sättigungsmenge der Luft in Abhängigkeit der Temperatur dargestellt. Die Sättigungsmenge ist diejenige Menge an Wasser, die Luft einer bestimmten Temperatur maximal aufnehmen kann. Aus dem Verlauf der Kurve erkennt man, dass die Sättigungsmenge mit der Temperatur stark ansteigt. Warme Luft kann somit mehr Wasser aufnehmen/tragen, als kalte Luft.

Die schimmelpilzkritische Temperatur beträgt 12,6 °C, sie wird allgemein 13 °C Isotherme genannt, die relative Luftfeuchte liegt dann bei 80 %.

Die unten stehende Tabelle nennt die Taupunkttemperaturen der Luft bei den verschiedenen Luftfeuchtigkeiten. So beträgt die Taupunkttemperatur bei 50 % relativer Luftfeuchte und einer Lufttemperatur von 20 °C = 9,3 °C - allgemein 10 °C Isotherme genannt.

Lufttemperatur

Lufttemperatur in °C bei einer relativen Luftfeuchte von

°C

30

35

40

45

50

55

60

65

30

10,5

12,9

14,9

16,8

18,4

20,0

21,4

22,7

29

9,7

12,0

14,0

15,9

17,5

19,0

20,4

21,7

28

8,8

11,1

13,1

15,0

16,6

18,1

19,5

20,8

27

8,0

10,2

12,2

14,1

15,7

17,2

18,6

19,9

26

7,1

9,4

11,4

13,2

14,8

16,3

17,6

18,9

25

6,2

8,5

10,5

12,2

13,9

15,3

16,7

18,0

24

5,4

7,6

9,6

11,3

12,9

14,4

15,8

17,0

23

4,5

6,7

8,7

10,4

12,0

13,5

14,8

16,1

22

3,6

5,9

7,8

9,5

11,1

12,5

13,9

15,1

21

2,8

5,0

6,9

8,6

10,2

11,6

12,9

14,2

20

1,9

4,1

6,0

7,7

9,3

10,7

12,0

13,2

19

1,0

3,2

5,1

6,8

8,3

9,8

11,1

12,3

18

0,2

2,3

4,2

5,9

7,4

8,8

10,1

11,3

Tauwasser entsteht dann, wenn die Luft durch Abkühlung nicht mehr in der Lage ist, die ursprüngliche Menge Wasser zu tragen/speichern. Die Temperatur, bei der dieser Effekt eintritt, wird als Taupunkttemperatur bzw. Taupunkt bezeichnet. Findet z.B. eine Abkühlung von zu 50 % gesättigter 20 °C warmer Luft auf 9,3 °C (man spricht von der 10 °C-Isotherme) statt, so steigt die relative Luftfeuchtigkeit auf 100 % an, d.h. die Luft ist mit Wasser gesättigt. Findet eine weitere Abkühlung der Luft oder der Berührungsflächen statt, so kommt es zu Tauwasserausfall, weil die Luft das Wasser nicht mehr aufnehmen kann.

Die praktische Erfahrung hat gezeigt, dass es in Wärmebrückenbereichen zur Schimmelpilzbildung kommen kann. Deshalb fordert die DIN 4108, Teil 2 (Ausg. März 2001) in diesen Bereichen den Mindestwärmeschutz. Danach ist zur Vermeidung von Schimmelpilzbildung auch im Bereich von Bauteilanschlüssen eine Mindestoberflächentemperatur sicher zu stellen. Wenn Bauteiloberflächen über einen längeren Zeitraum einer relativen Luftfeuchte von 80 % ausgesetzt sind, entsteht auf diesen ein für das Schimmelpilzwachstum geeigneter Nährboden. In der obenstehenden Abbildung zur Tauwasser- und Schimmelpilzbildung ist diese Linie als sogenannte 13 °C-Isotherme dargestellt.

Die farbige oben-/vorstehende Abbildung mit dem Temperaturverlauf ist nebenstehend noch einmal verkleinert eingesetzt; sie zeigt die 10- und die 13 °C-Isotherme.

Trotz der für den Temperaturübergang vergleichsweise günstigen konstruktiven Auslegung dieses Altbau-Mauerwerksanschlusses verläuft die 13 °C-Isotherme so, dass der raumseitige Laibungsbereich vor dem Fensterrahmen und der DoDi-Leiste als schimmelpilzkritische Zone so nicht ausgeführt werden darf/kann.

Die Zusammenhänge sind in den verschiedenen Fachveröffentlichungen hinreichend erklärt und stellen den Stand der Technik dar. Demgemäß muss der Fensterbauer in der Altbausanierung bzw. bei der Fensterauswechselung seiner Hinweispflicht kommen. Inwieweit bei Fenster-Anschlussdetails im Neubaubereich eine Bedenkens-Äußerungspflicht besteht, wäre noch zu klären bzw. würde nach den ersten Grundsatzurteilen besser bewertet werden können.


Eine Tabelle, die die Taupunkttemperaturen der Luft bei verschiedenen Luftfeuchtigkeiten darstellt, finden Sie auf der Seite "Fensterhandbuch - Montage - Wärmeschutz"
mit dem technischen Stand bis Ende Jauar 2002, ebenso weitere Ausführungen zur DIN 4108 und zu den Themen Tauwasser in der Anschlußfuge, Grundsatz "innen dichter als außen" , (Wärmeschutzverordnung) WSchV 95, Wärmebrücken, Isothermendarstellung, Dämmung der Anschlussfuge, Wärmedämmwerte, Ermittlung von k-Werten bei unterschiedlichen Flächenanteilen und Beispielen aus der Gutachtenspraxis.

Der Temperaturfaktor fRsi

Wenn die Anschlussausbildung Beiblatt 2 der DIN 4108 entspricht, ist kein weiterer Nachweis erforderlich. Für alle anderen Anschlüsse muss der Mindestwärmeschutz nachgewiesen werden. Für den Nachweis wurde der Temperaturfaktor Rsi eingeführt und dieser wird nach DIN EN ISO 10211, Teil 2 ermittelt. Der Index Rsi steht für den raumseitigen Wärmeübergangswiderstand. Bei dem Beispiel von Rsi = 0,25 (m2 · K)/W ergibt sich die anschauliche Schreibweise für den Temperaturfaktor f0,25

Dabei ist:

qsi = die raumseitige Oberflächentemperatur

qi = die Innenlufttemperatur

qe = die Außenlufttemperatur

Der Temperaturfaktor muss an der ungünstigsten Stelle des Baukörperanschlusses die Mindestanforderung fRsi 0,70 erfüllen.

Das untenstehende Schnittbild eines seitlichen Baukörperanschlussbereiches gibt beispielhaft eine Berechnung des Temperaturfaktors f0,25 wieder; das Beispiel entspricht Beiblatt 2 der DIN 4108.

BILD 47207N

Für die Ausführungsbeispiele wurden folgende Randbedingungen für die Berechnung des Temperaturfaktors fRsi nach DIN 4108-2 zugrunde gelegt.

Innenlufttemperatur

qi = 20 °C

Außenlufttemperatur

qe = -5 °C

Wärmeübergangswiderstand, innen im Bereich der Außenwand

Rsi = 0,25 (m2 · K)/W

Wärmeübergangswiderstand, innen im Bereich des fensters (nach prEN ISO 13788)

Rsi = 0,13 (m2 · K)/W

Wärmeübergangswiderstand, außen

Rse = 0,04 (m2 · K)/W

Diese Randbedingungen stellen den Regelfall dar, bei abweichenden Bedingungen (z.B. bei Klimatisierung) sind die zu erwartenden Randbedingungen anzusetzen.

Das untenstehende Bild des Baukörperanschlussbereiches gibt die Wärmeübergangswiderstände der einzelnen Oberflächen wieder.

BILD 47208N

Nach diesen Randbedingungen ergibt sich durch Einsetzen der Temperaturen in die Gleichung, unter Berücksichtigung der Bedingung f0,25 0,70, eine raumseitige Mindestoberflächentemperatur im Bereich des Baukörperanschlusses von si 12,6 °C. In den Ausführungsbeispielen wurde deshalb die 13 °C-lsotherme eingezeichnet. Die oben genannten Randbedingungen wurden dabei der Berechnung zugrunde gelegt.

Im Bereich von Fenstern und Pfosten-Riegel-Konstruktionen darf kurzeitig Tauwasser auftreten. Dabei darf das Tauwasser nicht von der Oberfläche der Konstruktion aufgenommen werden, angrenzende, empfindliche Materialien dürfen nicht mit Tauwasser in Kontakt kommen.

Der Nachweis des Mindestwärmeschutzes ist Aufgabe der Planung. Ubernimmt die ausführende Firma die Planungsleistung, muss auch dann der Mindestwärmeschutz eingehalten bzw. nachgewiesen werden. Kann der Nachweis vom Ausführenden nicht geführt werden, sollte der Auftraggeber schriftlich auf die Regeln der Technik hinsichtlich der Anschlusssituation hingewiesen werden.

Im Bereich der Altbausanierung kann der Mindestwärmeschutz mit den herkömmlichen Anschlussausbildungen nicht ohne weiteres eingehalten werden. Berechnungen haben gezeigt, dass zusätzliche wärmeschutztechnische Maßnahmen erforderlich werden können. Je nach Detailausbildung sind Dämmstoffdicken, Dämmstoffüberstände oder die Lage der Bauteile zueinander zu verändern bzw. wärmetechnisch zu verbessern.

In manchen Fällen kann durch den Einsatz wärmeschutztechnisch verbesserter Fensterkonstruktionen der Mindestwärmeschutz im Anschlussbereich erreicht werden. Kritische Anschlusssituationen sind im Einzelfall mit dem Auftraggeber abzuklären.

Informationen zu geplanten Sanierungsmaßnahmen können dem Forschungsobjekt “Planungsinstrumente zur Vermeidung von Schimmelpilzbefall bei der Modernisierung und Instandsetzung" entnommen werden, das im Auftrag des Bundesamtes für Bauwesen und Raumordnung am ift Rosenheim durchgeführt wurde.

Die Ermittlung der Oberflächentemperatur an der ungünstigsten Stelle des Baukörperanschlusses erfolgte bei den nachfolgenden Baukörperanschlüssen mit Hilfe eines Isothermenberechnungsprogrammes.

Längenbezogener Wärmedurchgangskoeffizient (-Wert)

Die Energieeinsparverordnung sieht für die Berechnung des Jahres-Heizenergiebedarfs die Berücksichtigung der Wärmebrücken vor. Dies bedeutet, dass zukünftig im Hinblick auf eine wärmeschutztechnisch optimierte Gebäudehülle den Wärmebrücken mehr Beachtung bei der Planung und Ausführung geschenkt werden muss.

Wärmebrücken gehen beim Energiebedarfsausweis in die Berechnung wie folgt ein:

a)

Ohne gesonderten Nachweis wird ein pauschaler Zuschlag von UWB = 0,10 W/(m2 · K) auf den Wärmedurchgangskoeffizienten der gesamten wärmeübertragenden Umfassungsfläche angesetzt.

b)

Bei Anwendung von Detailkonstruktionen nach DIN 4108 Beiblatt 2 kann der Zuschlag auf UWB = 0,05 W/(m2 · K) reduziert werden.

c)

Detaillierter rechnerischer Nachweis der Wärmebrücken nach DIN V 4108-6: 2000-11 in Verbindung mit DIN EN ISO 10211-2.

Durchgeführte Berechnungen für unterschiedliche Wohngebäude zeigen, dass

-

bei pauschalem Ansatz nach a) der Wärmebrückenzuschlag 20 bis 30 %,

-

bei Ansatz nach b) 10 bis 15 % und

-

bei detailliertem Nachweis in Verbindung mit optimierten Wärmebrücken weniger als 5 %

des gesamten Transmissionswärmeverlustes ausmachen kann.

Der längenbezogene Wärmedurchgangskoeffizient, oder auch Wärmebrückenverlustkoeffizient genannt, ermöglicht die Berechnung der Wärmeverluste einer zweidimensionalen Wärmebrücke.

Soweit punktuelle Wärmebrücken, z. B. übliche Befestigungsmittel (Schrauben, Dübel, Laschen), keinen maßgebenden Einfluss haben, können diese vernachlässigt werden (siehe DIN 4108-2).

Die Wärmeverluste im Bereich einer ein Meter langen Wärmebrücke mit einem -Wert von 0,01 W/(m · K) entsprechen einer Wärmemenge von ca. 0,084 Liter Heizöl im Jahr.

Beispiel:

Für ein Fensteröffnungsmaß von 1,0 · 1,5 m (b · h) sei der untere -Wert = 0,10 W/(m · K), der seitliche und obere -Wert 0,05 W/(m · K). Es ergibt sich folgende Abschätzung:

Bei diesem Beispiel geht alleine über den Fensteranschluss eine Wärmemenge im Jahr verloren, die ca. 2,5 Liter Heizöl entspricht.

Entspricht eine Anschlusssituation einem nachfolgenden Ausführungsbeispiel, dann können die angegebenen -Werte für die Berechnung der Transmissionswärmeverluste angesetzt werden.

Im Rahmen der Energiebilanzierung können nach DIN 4108-6 folgende Verfahren für die Ermittlung der -Werte angewendet werden:

- Wärmebrückenkataloge

- numerische Berechnung

Bei der Berechnung wird der Baukörperanschluss mit Hilfe von geeigneten EDVProgrammen nach DIN EN ISO 10211-2 numerisch modelliert und berechnet. Entsprechend den, bei der Berechnung zugrunde liegenden Annahmen werden die Y-Werte auf die Außenabmessung, die Innenabmessung oder die Gesamtabmessung bezogen. Die Angabe eines -Wertes erfordert immer die Angabe der Bezugsfläche, auf welche bezogen dieser ermittelt wurde.

In der Energieeinsparverordnung wird die Berechnung des Jahres-Heizenergiebedarfes über die wärmeübertragenden Außenflächen vorgenommen. Dementsprechend wurde in den Ausführungsbeispielen der e-Wert (e für external) auf die Außenabmessung der Anschlussausbildung bezogen angegeben. Die der Berechnung zugrunde liegenden Bezugskanten sind in den Zeichnungen mit eingetragen.

Zur Veranschaulichung werden im untenstehenden Bild die Bezugskanten für die endgültigen Außenflächen erläutert.


Bezugskanten der äußeren Bezugsflächen im Bereich einer Fensteröffnung

Die Berechnung der Fensterflächen erfolgt üblicherweise bezogen auf das Rohbaumaß (lichtes Maß der Maueröffnung). Deshalb werden im Bereich der Fensteröffnungen die Rohbaumaße als Bezugskanten definiert.

Luftdichtheit und Schlagregendichtheit

Gemäß Energieeinsparverordnung und nach DIN 4108 müssen die wärmeübertragenden Umfassungsflächen einschließlich der Fugen nach dem Stand der Technik dauerhaft luftundurchlässig ausgebildet werden. Unkontrollierte Wärmeverluste über eine undichte Gebäudehülle sollen dadurch verhindert werden. Als Stand der Technik sind hierbei die Planungs- und Ausführungsbeispiele nach DIN 4108-7 anzusehen. Die in den Zeichnungen prinzipiell dargestellten Fugenabdichtungen entsprechen den Planungs- und Ausführungsbeispielen von DIN 4108-7, wenn der Hinweis "gemäß DIN 4108-7" enthalten ist - dies trifft auf alle Beispiele mit diesem Hinweis unter Anschlüsse (Page440.htm) zu.

Ein luftdichter Anschluss ist nur in Verbindung mit einem geeigneten Dichtsystem herzustellen. Um Tauwasserbildung im Anschlussbereich zu vermeiden, muss diese Abdichtung auf der warmen Seite erfolgen (raumseitige Abdichtung). Der bauphysikalische Grundsatz "innen dichter als außen" in Bezug auf die Wasserdampfdiffusion ist sowohl im Bereich der Bauteile als auch im Bereich von Anschlussfugen zu beachten und umzusetzen.

Die Energieeinsparverordnung sieht im Falle einer Luftdichtheitsprüfung (Blower-Door-Methode) eines Gebäudes einen günstigeren Ansatz für die Berechnung der Lüftungswärmeverluste vor. Daher ist zukünftig zunehmend mit Luftdichtheitsprüfungen am fertigen Gebäude zu rechnen. Anhand dieser Luftdichtheitsprüfungen wird also auch die Verarbeitungsgüte, u.a. auch des Fensteranschlusses überprüft. Undichtheiten und mangelhafte Verarbeitung können damit auch gezielt aufgespürt werden.

Gemäß ATV DIN 18355 (Tischlerarbeiten) und ATV DIN 18360 (Metallbauarbeiten) sind Fenster so einzubauen, dass der Baukörperanschluss dauerhaft schlagregendicht ist. Kann die Schlagregendichtheit des Fensteranschlusses konstruktiv nicht sichergestellt werden, ist eine äußere Abdichtung zwischen Fenster und Außenwand erforderlich. Die innere und äußere Abdichtung der Anschlussfuge ist im Vorfeld zu planen. Eine fachgerechte Planung ist unabdingbare Voraussetzung für eine fachgerechte Umsetzung bei der Ausführung.

Fehlen die bauseitigen Voraussetzungen für die fachgerechte Befestigung und Abdichtung der einzubauenden Bauteile zum Baukörper, sollte der Ausführende schriftlich Bedenken anmelden (VOB/B § 4).

Die eingesetzten Materialien müssen für die Anschlussausbildung geeignet sein.

Zu den Ausführungsbeispielen

Allgemeine Hinweise

Die angegebenen Werte für den Temperaturfaktor f0,25 und den längenbezogenen Wärmedurchgangskoeffizienten (-Wert) gelten nur für die dargestellten Anschlusssituationen, da die berechneten Werte abhängig sind von:

-

den angeführten Randbedingungen,

-

den eingesetzten Materialien (Wandbaustoffe, Fensterwerkstoffe, Dämm- und Dichtstoffe) und deren Dimension und wärmetechnischen Eigenschaften,

-

der Lage des Bauteils in der Außenwand,

-

die geometrische Ausbildung der Anschlusssituation.

Die Auswahl der Außenwandkonstruktionen wurde in Anlehnung an das Beiblatt 2 der DIN 4108 vorgenommen. Es werden die Außenwände wie folgt eingeteilt:

-

monolithische Außenwände,

-

außengedämmte Außenwände,

-

kerngedämmte, hinterlüftete Außenwände,

-

mit schwerer Vorsatzschale,

-

mit leichter Vorsatzschale,

-

kerngedämmte, nicht hinterlüftete Außenwände,

-

Holzständerbauwände.

Die Dämmstoffdicken wurden im Wesentlichen entsprechend Beiblatt 2 der DIN 4108 gewählt. Erlaubt es die Konstruktion, werden auch die Dämmstoffüberstände über die Blendrahmen nach DIN 4108 Beiblatt 2 eingehalten.

Die Beispiele wurden ohne Anspruch auf Vollständigkeit hinsichtlich der dargestellten Befestigung und Abdichtungssysteme gewählt. Grundsätzlich sind auch andere Lösungen denkbar, wobei die oben genannten Grundsätze zu beachten sind.

In der nachfolgenden Tabelle sind die Werte für die angenommenen Wärmeleitfähigkeiten der Materialien gemäß DIN 4108-4 und prEN 10077-2 angegeben.

Material

Wärmeleitfähigkeit
R in W/(m · K)

Leichthochlochziegel W

0,330

Leichthochlochziegel

0,210

Stahlbeton

2,100

Porenbeton

0,190

Leichtbetonsteine

0,180

Kalksandstein

0,700

Naturstein

2,300

Granit, Marmor

3,500

Außenputz

0,870

Wärmedammputz

0,080

Innenputz

0,350

Gipskartonplatte

0,210

Gipsfaserplatte

0,360

Zementestrich

1,400

Nadelholz

0,130

Holzwerkstoff

0,170

Hinterfüllmaterial

0,060

spritzbare Abdichtung

0,350

imprägnierte Dichtungsbänder aus Schaumkunststoff (vorkomprimiertes Dichtband)

0,060

Wärmedämmung, WLG 040

0,040

Wärmedämmung, WLG 035

0,035

Wärmedämmung, WLG 025

0,025

Klinkermauerwerk

0,960

Faserzementplatte

1,000

Kunststoffprofile

0,170

Aluminium, Aluminiumprofile

160,000

Stahlprofile

50,000

Fugendämmmaterial

0,035

Dichtungsbahnen (Folien), Fugendichtungsbänder

0,170

Tabelle mit Wärmeleiffähigkeiten der verwendeten Materialien

Beispiele werden im Teil Anschlüsse wiederum mit dem nicht existierenden Profilsystem - wir nennen es das System Fenonyma - dargestellt; sie mit an den eingesetzten Isothermen, den Hinweisen zum längenbezogenen Wärmedurchgangskoeffizienten (-Wert) usw. versehen.

Die Fensterrahmen weisen einen Uf-Wert von Uf 2,2 W/(m2 · K) ermittelt nach prEN ISO 10077-2 auf.

Die in den jeweiligen Beispielen dargestellte Zweischeiben-lsolierverglasung hat einen U-Wert von Ug = 1,2 W/(m2 · K)


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