Integratio® - Fensterhelfer


Technische Richtlinien. Nachtrag dazu: Eine Veröffentlichung der "EuroWindoor" vom 25.11.2002

Leitseite Regelwerke, Richtlinien

Die wichtigsten Normen, Richtlinien u.dgl. werden dargestellt oder benannt. Beachten Sie bitte, dass sämtliche Teile dieser Serviceleistung Sie beraten sollen; eine Rechtsverbindlichkeit kann nicht abgeleitet und für den Inhalt muß jede Haftung ausdrücklich abgelehnt werden.

Normenreihe DIN ISO 9000 Qualitätsmanagement. Was bringen uns Qualitätsmanagementsysteme, warum soll ein Fensterbauunternehmen ein Qualitätsmanagementsystem einführen und dieses zertifizieren lassen? Diese und ähnliche Fragen sollen in der Beitragsreihe* des Beratungsbüros Integratio GmbH näher beleuchtet werden.

* Beitrag aus "glas + rahmen" 21 u. 22/1994

Die nachstehende Auflistung soll zur Klarstellung einiger fundamentaler Punkte führen. Sie erläutert schlagwortartig die Zusammenhänge in bezug auf die sich anbahnenden Veränderungen durch die Harmonisierung im globalen und insbesondere europäischen Markt.

In bezug auf die Vergabe von Aufträgen durch die öffentliche Hand oder Unternehmen, die nach gleichem Modus vergeben, kann man die sich ergebenden Veränderungen "platt" so zusammenfassen:

In bezug auf die Handhabung bei der Einführung eines QM-Systems ist auf folgendes zu achten:

Damit wären die wesentlichen Punkte dargestellt. Dem Informierten mag nichts neues gesagt worden sein; es kann jedoch davon ausgegangen werden, dass die meisten Leser weitergehend informiert werden wollen. Diesem Zweck soll die Informationsreihe dienen.

Sofern Sie Anregungen zur Erläuterung spezieller Themen machen wollen, erwarten wir Ihre Kontaktaufnahme.


Alle an der Schaffung und Pflege von technischen Regelwerken Beteiligten wurden durch die politische Absicht zur Mitarbeit aufgefordert.

Als "GRUNDLAGEN FÜR DIE BESEITIGUNG VON HANDELSHEMMNISSEN" wurde die vorbereitende Rechtsakte im Amtsblatt (C 231 vom 8.9.1989, S. 3) der Europäischen Gemeinschaft veröffentlicht - EIN GLOBALES KONZEPT FÜR ZERTIFIZIERUNG UND PRÜFWESEN, Instrument zur Gewährleistung der Qualität bei Industrieerzeugnissen.

Die Grundlage war durch ISO/IEC-Leitfaden 40, 1983 - General requirements for the acceptance of certification bodies, Noremenreihe DIN ISO 4500 - Akkreditierung, Zertifizierung - und Normenreihe DIN ISO 9000 - Qualitätsmanagement - gegeben.

Auch die Durchsetzbarkeit war bereits durch auf Art. 100a des EWG-Vertrages basierende Richtlinien gegeben. Die Geltendmachung der vom Gerichtshof im Zusammenhang mit den Verpflichtungen aufgrund Art. 30 - 36 EGW-Vertrag bestätigten Rechtsauffassung ist ebenso gegeben.

Soviel zu den Voraussetzungen und der politischen Absicht - zumindest auf europäischer Ebene. Die weitergehenden Betrachtungen werden möglichst neutral gehalten; orientieren sich jedoch am Beispiel der Kunststoffenster und den Systemen.

Zur Verdeutlichung, welches Verständnis und welche Definitionen der Darstellung zugrundeliegen, erscheinen einige Erklärungen angebracht.


Norm (lat.) - Durchschnittsmaß, Richtschnur, Forderung.

Die Norm kann sowohl die Regel für das Durchschnittliche sein (normal = mit der Norm übereinstimmend; Gegensatz = abnormal/anomal), als auch das Gesetz für Willen, Verhalten, Handeln, Tun überhaupt. Danach versteht man die sittliche, ästhetische, juristische, technische Norm usw.

Normen und Technische Regelwerke dienten ursprünglich der Vermittlung technischen und handwerklichen Könnens. So erklärt sich die teilweise hohe Genauigkeit bestimmter Proportionen bei antiken Tempelbauten. Als älteste Norm gilt die durch König Gudea I. um 5000 vor Christi erfolgte Festlegung der babylonischen Elle.

Mit Beginn der Industrialisierung entstand die Normung im modernen Sinn - als solche muß die Gewindenormung von Whitworth erwähnt werden.

Am 18. Mai 1917 wurde der "Normalienausschuß für den allgemeinen Maschinenbau" im VDI gegründet, aus dem sich bereits am 22. Dezember 1917 der "Normenausschuß der Deutschen Industrie", der Vorläufer des heutigen "Deutschen Institut für Normung" (DIN), entwickelte.

Es bestand und besteht das Bedürfnis nach allgemeingültigen und -verständlichen Regeln. Diese können auch durch die Souveränität eines Herstellers beeinflußt/bestimmt werden - viele Hersteller können Computer nur verkaufen, wenn sie auf die IBM-Kompatibilität hinweisen. So ist selbst die Art und Weise der Normung in der DIN 820 genormt.

Technische Regeln und Normen dienen auch der kollektiven Übernahme von Verantwortung und sind als solche vorwiegend in den DIN´en niedergelegt. Eine Norm ist also als Technikbewertung auf kleinster Ebene zu verstehen. Der Fachmann kennt darüberhinaus den "Stand der Technik" oder den "Stand der Wissenschaft". Die Einhaltung von Normen wird auch dann angenommen, wenn dies nicht ausdrücklich zwischen Vertragspartnern vereinbart wurde/ist. Bei der Ausführung einer Leistung kann es existenzgefährdend sein, eine Norm nicht beachtet zu haben. Bereits im "Codex Hammurabi" (1750 v. Chr.) hieß es: "Wenn ein Baumeister ein Haus baut für einen Mann und macht seine Konstruktion nicht stark, so dass es einstürzt und verursacht den Tod des Bauherrn, soll dieser Baumeister getötet werden".

Die Schaffung von Normung und Regelwerken beginnt da, wo technische Sachverhalte beschrieben werden und Maßstäbe, die die Lebensqualität, Umweltverträglichkeit und Sozialverträglichkeit beschreiben. Die Normung dient der Kooperation und Vermittlung zwischen staatlichen Sicherheitsansprüchen und industrieller Selbstregulierung - sie stellt zunehmend eine "Allgemeine Soziotechnische Regelung" dar - mit der Tendenz, die Normen zunehmend im Dialog mit nichttechnischen Disziplinen zu schaffen und pflegen. Die zeitgemäße Form der Übernahme von Verantwortung besteht in der "freiwilligen Selbstverantwortung" - danach muß die Technik normungsfähig und normungswürdig sein.

In der Normung wird die fortschreitend durchgeführte Vereinheitlichung (Normalisierung) der Abmessungen, Benennungen, Qualitätsanforderungen und ähnliches festgeschrieben. Dies gewährleistet bei Leistungen und Produkten auch aus rechtlicher Sicht einen durch die Normung gegebenen Standard.

Bei der Erbringung einer Leistung und/oder der Verbringung einer Sache in den Handel - auch wenn sie den geltenden Normen entspricht - ist jedoch nicht bewertbar, inwieweit die Leistung und/oder Sache mit welcher Fehlerquote behaftet sein darf. Aus diesem Grund ist im Zweifelsfall die betreffende Leistung und/oder Sache jeweils im Einzelnen zu beurteilen.

Seit vielen Jahren gibt es Bemühungen, eine Leistung und/oder Sache in seinen Qualitätsmerkmalen zu beschreiben und die Einhaltung durch unterschiedliche Arten und Methoden der Prüfung zu bestätigen. So kennen wir unter anderem die Zeichen "RAL, DIN, VDE und TÜV". Hierbei handelt es sich um nationale Kennzeichen.

Grundlagen für die QS-Systeme. Im Amtsblatt (C 231 vom 8.9.1989, S. 3) der Europäischen Gemeinschaften wurde die "Vorbereitende Rechtsakte" veröffentlicht:

EIN GLOBALES KONZEPT FÜR ZERTIFIZIERUNG UND PRÜFWESEN

Instrument zur Gewährleistung der Qualität bei Industrieerzeugnissen.

Dort heißt es unter anderem:

Nationale und damit Mehrfachzertifizierungen und die damit verbundenen Mehrkosten und bestehenden Handelshemmnisse sollen beseitigt werden, so erklären sich:

NOTWENDIGE MASSNAHMEN ZUR UMSETZUNG DES GLOBALEN KONZEPTS

Rechtsrelevanz

Bezüglich der haftungsrechtlichen Seite ist bei Einhaltung von EG-Normen und -Vorschriften folgendes zu bewerten - in § 12 (3) des Bauproduktengesetzes heißt es beispielsweise: "Ein Bauprodukt, das das CE-Zeichen nach Abs. 1 trägt, hat die widerlegbare Vermutung für sich, dass es im Sinne von § 5 brauchbar ist und dass die Konformität nach § 8 nachgewiesen worden ist."

Qualitätssicherung verbessert Marktchancen

FACHWISSEN, LITERATUR RUND UM DIE NULL-FEHLER-PRODUKTION; so könnte man die nachstehend vorgestellten Fachbücher einordnen, die das Thema Qualitätssicherung im Unternehmen gründlich durchleuchten.

ISBN 3 446 17460 5 - Qualitätsmanagement von A bis Z von Gerd F. Kamiske und Jörg-Peter Brauer.

Das Buch ist für Manager, die Qualitätsmanagement einführen und betreiben. Vom Audit bis zur Zuverlässigkeit werden u.a. 72 Begriffe dargestellt.

Den Denkern der Qualitätswissenschaft: Crosby, Deming, Feigenbaum, Ishikawa, Juran, Masing und Taguchi wird ein eigenes Stichwort gewidmet. Das Toyota Production System steht inhaltlich im Mittelpunkt. Die offenen Geheimnisse dieses erfolgreichen Systems - Andon, Gemba, Heijunka, Jidoka, Kaizen, Kanban, Muda, Mura, Muri, Poka Yoke, Seiri, Seiton, Seiso, Seiketsu, Shitusuke und Just in Time - werden ausführlich geschildert.

ISBN 3 18 401011 2 und ISBN 3 8202 0587 - Qualitätsorientierte Unternehmensführung von Rolf Staal.

Das Buch schildert, dass wirkliche Veränderungen in Richtung Qualitätssicherung vor allem drei Dinge braucht:

Im Mittelpunkt steht die konsequente Anwendung der statistischen Methoden der Prozeßführung (SPC). Es beschreibt den Weg in das erfolgreiche SPC als einen universellen, permanenten Prozeß von Verbesserungen, unterstützt von Methoden, wie Brainstorming, Faktorenversuche, Paretoprinzip oder Ishikawadiagramm.

ISBN 3 18 401100 3 - Qualitätssicherung für Ingenieure von Ekbert Hering, Jürgen Triemel und Hans-Peter Blank.

Diese Abhandlung kann als Lehrbuch für die Ingenieurausbildung bezeichnet werden. In den mathematischen Grundlagen werden die wichtigsten statistischen Modelle und Prüfverfahren vorgestellt; den Schwerpunkt aber bilden die Ingenieurwerkzeuge: Quality, Function, Deployment (QFD), Fehler-Möglichkeits- und Einfluß-Analyse (FMEA), Fehlerbaumanalyse (FTA), Design of Experiments (DoE), statistische Prozeßregelung (SPC) und Poka Yoke.

ISBN 3 18 401043 0 - Rechnerintegrierte Konstruktion und Produktion. Band 7 vom VDI-Gemeinschaftsausschuß CIM, VDI-Gesellschaft Produktionstechnik (ADB).

Umfassende, realisierte Konzepte der computergestützten Produktion (CIM) existieren zur Zeit kaum. Auch die Zahl der miteinander verknüpften Fertigungssysteme ist gegenwärtig noch gering. Der Arbeitskreis "Qualitätssicherung" im VDI-Gemeinschaftsausschuß CIM hat den Erfahrungsaustausch genutzt und einen Leitfaden für die computergestützte Qualitätssicherung (CAQ) erstellt. Für den Praktiker werden sieben Fallbeispiele von Firmenlösungen vorgestellt.

Die bisherige Regelung

Marktbedeutende Unternehmen haben bisher eine freiwillige Qualitätskontrolle durchgeführt - sie waren im Bereich der Elemente für das Bauwesen Mitglied von Gütegemeinschaften, so bspw. in der Gütegemeinschaft Kunststoffenster und -Türen e.V.

Verschiedene Teile der Richtlinien wurden durch stichprobenartige Kontrollen auf ihre Qualität hin überprüft und das Ergebnis protokolliert.

Fremdkontrollen wurden bspw. durchgeführt;

RAL-Zeichen

Die nach diesem Regelwerk hergestellten Produkte wurden mit dem "RAL-Zeichen" versehen. Der Erwerber konnte davon ausgehen (das Produkt hatte die unvermutete Behauptung für sich), dass die Produkte in ihrer Gesamtheit dem einschlägigen Regelwerk &endash; den Normen &endash; entsprachen und die Herstellung derselben inkl. allen Zubehörs einer freiwilligen Qualitätsprüfung unterlagen.

Für dieses Verfahren spricht/sprach:

Gegen dieses Verfahren spricht/sprach:

Die am derzeitigen Verfahren interessierten Kreise sehen sich - in bezug auf das EG-Recht - zunehmend der Kritik widerrechtlicher Verfahrensweise ausgesetzt. Die bisherigen Bemühungen, das deutsche Regelwerk der "RAL-Gütezeichen" auf internationale/europäische Normung zu übertragen, sind von einigen Partnerländern - insbesondere vom anglophilen Markt - nicht unterstützt worden. Aus diesem Grund bemühen sich die an den bisherigen Verfahren beteiligten Organisationen und Institute (als e.V´e) um Erstellung von Handbüchern gemäß DIN ISO 9000/EN 29000 ff und Übernahme der bisherigen Mitglieder der Gütegemeinschaften in vertragliche Vereinbarungen für die Fremdkontrolle im Sinne der "Third party certification".

Resumé

Durch die bisherige Praxis der am "Third party System" beteiligten Gütegemeinschaften und deren Erfüllungsgehilfen ist eine "Vereinheitlichung" der Produkte entstanden, obwohl erkennbare Änderungen im Umfeld - bspw. mehrfache Novellierung der WschV - eine verstärkte Innovation erwarten ließen.

Als Beispiel für Innovationshemmnisse der bisherigen "Third party certification" kann die Wanddickenfestlegung der Gütegemeinschaft Kunststoff-Fensterprofile dienen. Die bis vor wenigen Jahren praktizierte Regelung, dass die Außenwandungen der Profile mit einer Wanddicke von 3,0 - 0,2 mm auszulegen waren, konnte mit ingenieurwissenschaftlicher Betrachtung nicht nachvollzogen werden. Die mittlerweile modifizierte Regelung basiert wiederum nicht auf statischen Betrachtungen bzw. Spannungsverhältnissen im Profilquerschnitt, sondern stellt wiederum eine willkürlich gewählte Festlegung dar. Wenn diese Festlegung durch die Mitglieder von Ausschüssen getroffen wurde, kann daraus lediglich geschlossen werden, dass "die Branche zu schnell gewachsen" ist und theoretische Grundlagen/Betrachtungen nicht erarbeitet wurden oder bestehende Grundlagen nicht angewendet werden.

Ein weiteres Beispiel: Bereits zu Anfang 1983 wurde in einschlägigen Fachzeitschriften eine Untersuchung zum E-Modul der im Fensterprofilbereich üblichen Hart-PVCs veröffentlicht. Danach ergibt sich - Hookesche Gesetz - eine Bewertung, für die im Fensterbau zulässigen Durchbiegungen, die erheblich unter dem gemäß DIN 53457, Abschn. 2.3. ausgewiesenen Wert liegt. Eine Auseinandersetzung zur Schaffung theoretischer Grundlagen für weitere ingenieurwissenschaftliche Betrachtungen hat nicht stattgefunden - theoretische Grundlagen wurden nicht erarbeitet.

Die "Partner" der bisherigen Praxis sollten auf ihre Leistungsfähigkeit hin überprüft werden. Bei negativem Ergebnis sollten sich innovationsfreudige Unternehmen unter Berücksichtigung eines QS-Systems über Möglichkeiten leistungsfähigerer Alternativen einigen.

Regelung nach EG-Recht

Marktbedeutende Unternehmen haben ein existentielles Interesse daran,

Sofern dieses bisher durch nationale Zeichen - "RAL, DIN, VDE und TÜV" - erreicht werden konnte, müssen diese einer neuen Regelung weichen, weil die durch EG-Recht geschaffenen "Grundlagen für die Beseitigung von Handelshemmnissen" nationale Regelungen nicht mehr zulassen.

DIN ISO 9000 - EN 29000

Das globale Konzept für Zertifizierung und Prüfwesen soll die gegebenenfalls durch nationale Regelungen bestehenden Handelshemmnisse beseitigen - Grundlage für die gegenseitige Anerkennung sind die europäischen Normenreihen

Der Konformitätsnachweis (das CE-Zeichen) bestätigt

Für die Zertifizierung von QM-Systemen spricht:

Gegen die Zertifizierung von QM-Systemen spricht:

Resumé

Die Strukturen des Akkreditierungswesens sehen derzeit noch keine "Deutsche Akkreditierungsstelle für Fensterbau" vor. Bei den zunehmenden Bemühungen der "an den bisherigen Gütezeichen Beteiligten" ist jedoch damit zu rechnen, dass einer Akkreditierungsstelle nach Ablauf eines entsprechenden Zeitraums vom DAR (Deutscher Akkreditierungs Rat) zugestimmt wird.

Der Fenstersektor sollte sich zunehmend vom erstarrten Regelwerk bzw. den "deutschen Gewohnheiten" lösen, um den zukünftigen Anforderungen gewachsen zu sein. Koordinierung der Interessen von qualitäts- und innovationsorientierten Unternehmen ist erforderlich. Eine geeignete Lösung kann unter Berücksichtigung der Strukturen für die Akkreditierung und Zertifizierung beispielsweise in der Schaffung eines Organs für Bauelemente aus Kunststoff gefunden werden.

Das in obenstehenden Bild dargestellte Organigramm zeigt ein Möglichkeitsmodell nach neuem Regelwerk, gemäß globalem Konzept zur Zertifizierung und zur Verbesserung der Qualität von Produkten im Rahmen der Vereinheitlichung technischer Normen, der Normenkonformität, des Konformitätsnachweises und der Akkreditierung und Zertifizierung.

Unterschied der Ansätze

Der fundamentale Unterschied liegt in der strukturellen Verbesserung der gedanklichen Ansätze.

Wurden bisher Materialien für die Herstellung und die Produkte einer stichprobenartigen Prüfung unterzogen und dadurch bestätigt, dass die geprüften Elemente die ihnen zugeschriebenen Eigenschaften aufwiesen, so wird durch Einführung eines QM-Systems und durch Lösen von den bisherigen Strukturen, die Grundlage für Innovatives und Qualitätsbewußtes geschaffen.

Durch die bisherigen Strukturen waren auf Erfahrung basierende Festlegungen der technischen Umstände und Ergebnisse Bestandteil des Regelwerks. Die Einhaltung sollte durch stichprobenartige Kontrolle gesichert werden.

Optimierte Strukturen führen dazu, dass veränderte Rahmenbedingungen neue Bedürfnisdefinitionen/Ziele vorgeben. Das QM-System sichert die Definition dieser Ziele im QM-Handbuch und der Beschreibung der erforderlichen Produkte, Verfahren, Prüfungen, Prüfmittel usw. Insbesondere wird erreicht, dass ebenso die Ziele selbst durch Audit und Review fortgeschrieben werden.

Entwicklung, Design im QM-System

Als Beispiel für den konsequenten Einsatz der Möglichkeiten aus dem Normenwerk EN 45000 und EN 29000 soll die Betrachtung eines Fensterrahmenprofils - dargestellt an einem Blendrahmenprofil - dienen.

Die derzeit (Anfang der 90er Jahre) geltenden Richtlinien für Hauptprofile lassen einen geringen konstruktiven Freiraum. Diese Forderungen können sich international nicht behaupten. Aus diesem Grund sollen drei Qualitätsgruppen gebildet werden. Die Zuordnung soll auf den Profilen kenntlich gemacht werden, was wiederum den Konformitätsbemühungen zuwiderläuft und einer Überprüfung nach dem EG-Recht nicht standhalten dürfte. Es soll unterschieden werden nach

Gruppe A

Wanddicken nach bestehendem Regelwerk der Gütegemeinschaft Kunststoff-Fensterprofile. Diese Forderungen werden, soweit erkennbar, derzeit in die Qualitätsrichtlinien der nationalen Gütegemeinschaften in Deutschland, Österreich, Skandinavien, den Niederlanden und der Schweiz übernommen oder sind bereits übernommen worden.

Gruppe B

Wanddicken niedriger als bei Gruppe A, nach zu schaffendem Regelwerk.

Gruppe C

Wanddicken freigestellt; jedoch mit Maß- und Toleranzangaben.

Das obenstehend abgebildete Profil entspricht in der Auslegung der Wanddicken den derzeit (Anfang der 90er Jahre) gültigen Bestimmungen der Gütegemeinschaft Kunststoff-Fensterprofile und ist gemäß vorstehender Betrachtung der Gruppe A zuzuordnen.

Das Profil hat eine Querschnittsfläche von ca. 940 mm2. Die Werte sind vergleichbar mit den am Markt befindlichen Profilen.

Die abgebildete Alternative im obenstehenden Bild ist ein konstruktives Beispiel gemäß Gruppe C der vorstehenden Betrachtung. Die Vorteile liegen darin, dass

Möglichkeiten, Strategie

Derzeitige Bemühungen der bisher mit der Prüfung technischer Bereiche betrauten Institutionen (zumeist e.V´e) sollten letztlich zum Ziel haben, dass für technische Bereiche nur "mandatierte Zertifizierungsstellen" akkreditiert werden und nur diese wiederum zertifizieren dürfen. Dem steht das Regelwerk - EN-Reihe 45000 - entgegen. Sinngemäß würde bei stillschweigender Hinnahme dieser Verfahrensweisen zu erwarten sein, dass in der Folge für den Fensterbereich ausschließlich das ift Fensterbaubetriebe zertifizieren dürfte.

In diesem Zusammenhang ist der Wettbewerb zwischen den Verfahrensweisen der DGQ (Deutsche Gesellschaft für Qualität e.V.) und des TÜV (Technischer Überwachungs-Verein e.V.) beachtenswert. Die bisherige (Anfang der 90er Jahre) Praxis des TÜV ging über vorstehend beschriebene Bemühungen der Erwerbung der "Mandatsträgerschaft" hinaus soweit, dass umfangreiche Beratungsaufgaben bei der Einrichtung von QM-Systemen übernommen wurden, und ohne personelle und organisatorische Trennung dann wiederum die Zertifizierung des Systems vom TÜV vorgenommen/durchgeführt wurde.

Zum Thema "Strategie zur Entwicklung internationaler Normen" hat die Ad-hoc-Arbeitsgruppe des ISO/TC 176 "Qualitätsmanagement und Qualitätssicherung" sich im Oktober 1990 mit dem Bericht Vision 2000 (in Deutschland u.a. vom DIN Deutsches Institut für Normung e.V., Beuth Verlag herausgegeben) geäußert. Danach ergeben sich u.a.:

Es sollte keine Industrie-/Wirtschaftssektor-spezifischen Normen mit QS-System-Forderungen als Beurteilungsgrundlagen für solche Zertifizierungen geben. Diese Empfehlung gilt für unabhängige (third party) anerkannte Zertifizierungsstellen und sinngemäß für von Abnehmern (second party) anerkannte Beratungsstellen.

Zusammenfassend ergibt sich demgemäß, dass die Bemühungen der bisher mit der Prüfung technischer Bereiche betrauten Institutionen um "Mandatierung" gegen die erklärte Absicht der Harmonisierungsbemühungen gerichtet sind. Diese Bemühungen können lediglich dahingehend erfolgreich sein, wenn dadurch "eine Person mit Kenntnissen des Industrie-/Wirtschaftssektors" jeweils als Auditor tätig wird.

Eine Stärkung der im Sinne der infragestehenden Normenreihen aktiven Position der DGQ kann in einer (möglichst aktiven) Mitgliedschaft bestehen. Korporativen Mitgliedern der DGQ ist die Verwendung der Buchstabenfolge "DGQ" oder die Verwendung des Bildzeichens auf Briefbögen etc. in Verbindung mit dem Hinweis auf die Mitgliedschaft in der DGQ gestattet. Auch damit dokumentiert ein Unternehmen seine Qualitätsabsicht bzw. -politik.

Rechtslage bei der Führung von CE -Zeichen

Zur Beurteilung der Rechtslage ergibt sich für die Vergabe von Aufträgen durch die öffentliche Hand oder Unternehmen, die nach gleichem Modus vergeben, dass

Für die Kennzeichnung der Produkte mit dem "CE -Zeichen" und/oder einem Gütezeichen ist die gesetzliche Grundlage das Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaft L 220/1 aus 1993. Danach kann eine Mehrfach-Kennzeichnung durchgeführt werden, jedoch ist unbedingt darauf zu achten,

Zusammenfassung

Der verantwortungsvolle Unternehmer wird sich frühestmöglich auf die sich verändernden Rahmenbedingungen einstellen und das QM-System einführen.

Er wird deutlich machen, dass die festgeschriebenen Ziele (Q-Merkmale) weit über das "Normale" hinausgehen und dieses im QM-Handbuch herausstellen bzw. deutlich machen. Das QM-Handbuch sollte nicht zu umfangreich konzipiert sein, damit es als werbewirksame Unterlage genutzt werden kann.

Die Qualitätssicherung und das qualitätsgesicherte Management stellen Elemente/Werkzeuge dar, die mit einem besonders hohen Maß an Sicherheit das Erreichen der "dem Produkt" zugeschriebenen Merkmale/Eigenschaften gewährleisten sollen. Das QM-System stellt für den Markt/Kunden also eine größere Sichreheit dar - das Vertrauen in Unternehmen und Produkte wird gestärkt.


Nachtrag dazu: Eine Veröffentlichung der "EuroWindoor" vom 25.11.2002

Europas oberster Baubeamter unterstützt EuroWindoor

Signal zur Schaffung eines einheitlichen europaweiten Markts
Die ersten europäischen Fensterhersteller haben CE-Erklärung abgegeben

Als erstes Unternehmen der europäischen Fensterindustrie erklärte die italienische Firma Finstral für ihre Kunststofffenster System 500 die Konformität mit der europäischen Produktnorm. Auf dem Herbsttreffen der europäischen Fensterverbände in Barcelona demonstrierte Finstral damit, auf welch einfache Weise das CE-Zeichen deklariert werden kann. Mit der vorweggenommenen CE-Kennzeichnung wollen Finstral und andere führende europäische Unternehmen der Branche die längst fällige Verabschiedung der Produktnormen für Fenster, Fassaden und Außentüren durch die EU beschleunigen. Neben Finstral hat auch das deutsche Unternehmen Gebr. Schneider Fensterfabrik eine CE-Deklaration vorgenommen. An der Übergabe der Urkunden nahm auch Vicente Leoz Argüelles, der Leiter der Abteilung Bauwesen der Europäischen Kommission, teil. Das CE-Zeichen verbürgt die Normenkonformität eines Produktes und hat, sobald es rechtsgültig wird, die Funktion einer unbegrenzten europäischen Handelserlaubnis.

"Die ersten CE-Zeichen in unserer Branche machen deutlich, dass es keine Alternative zu der Einführung eines ungehemmten europäischen Handels gibt. Die Verabschiedung der europäischen Normen und die Einführung des CE-Zeichens darf nicht länger wegen einzelner nationaler Egoismen hinausgezögert werden", erklärte der Generalsekretär der europäischen Fensterverbände Karl Heinz Herbert nach dem europäischen Verbändetreffen. Gastgeber des Treffens in Barcelona waren die europäischen Verbände FAECF für Metallfenster und -fassaden, FEMIB für Holzfenster und EPW für Fenster aus Kunststoff in Verbindung mit ihrer gemeinsamen Interessenvertretung EuroWindoor. Die erstmals abgegebenen CE-Erklärungen sind ein Signal zur Durchsetzung eines europäischen Marktes für Bauprodukte ohne Handelsschranken. Mit dem CE-Zeichen wird endlich die EuroWindoor Forderung "Eine Prüfung für Europa" praktisch umgesetzt. Bisher mussten Fensterexporteure noch bis zu 15 kostspielige Prüfungen in den einzelnen Ländern nachweisen, die letztlich dann von den Verbrauchern bezahlt werden mussten. Besonderen Wert legte Herbert auf die Feststellung, "dass mit den einheitlichen europäischen Normen mitnichten das europäische Einheitsfenster kommen werde. Im Gegenteil: Das Normenwerk lässt einen großen Spielraum für bauliche Verschiedenheiten zu sei es aufgrund ästhetischer, kultureller oder klimatischer Aspekte." Und so werden auch mit den harmonisierten europäischen Normen die Fenstervorlieben bleiben, ob es nun Dreh-Kipp-Fenster in Deutschland, Fenstertüren in Frankreich, Schiebefenster in Spanien oder nach außen zu öffnende Fenster in Skandinavien sind. Und das gilt auch für die unterschiedlichen Verbreitung der Rahmenmaterialien Holz, Kunststoff und Aluminium in Europa, auf die das Normenwerk überhaupt keinen Einfluss nimmt.

Nähere Informationen:
FAECF, FEMIB, EPW und EuroWindoor
Karl Heinz Herbert, Generalsekretär

Integratio-Kommentar: Es ist schön zu sehen, dass die vormaligen Hüter der nationalen Gütezeichen dazugelernt haben und sinngemäß die 8 Jahre alten Ausführungen umsetzen. Noch schöner wäre es, wenn diese Verbandsvorstände begreifen würden, dass es nicht um Europa geht - die Grundlage ist die vorbereitende Rechtsakte, veröffentlicht im Amtsblatt (C 231 vom 8.9.1989, S. 3) der Europäischen Gemeinschaft - EIN GLOBALES KONZEPT FÜR ZERTIFIZIERUNG UND PRÜFWESEN, Instrument zur Gewährleistung der Qualität bei Industrieerzeugnissen. Es geht um ein globales nicht um ein europäisches Konzept.


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