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Allgemeine Fenstertechnik

2.6. Grundsätzliche Hinweise zur Montage

2.6.1. Die Befestigung der Elemente am Baukörper kann mit Dübeln oder Laschen erfolgen. Die Abstände der Befestigungpunkte sollte 70 cm nicht überschreiten. Die Abstände zu den Ecken sind zu beachten. Insbesondere bei größeren Elementen ist auf entstehende (Haarrisse) Rißbildung zu achten, wenn die Abstände unterschritten werden.

Es muß nicht darauf hingewiesen werden, daß die Befestigungpunkte möglichst nahe an den Last-Übertragungspunkten (Schließstücke u. dgl.) angeordnet sein sollten. In den Entwässerungszonen der unteren waagerechten Blendrahmenteile dürfen keine Rahmendübel gesetzt sein.

Weitere Hinweise zur unteren Ecke:

Die nachfolgende isometrische Darstellung soll die Abdichtungsprobleme im senkrechten und insbesondere unteren Eckbereich darstellen. Insbesondere bei Fenstern mit Rolladeneinrichtung ergeben sich Ebenenversätze, und Problemzonen; die Hinweispfeile erleichtern die Zuordnung.

Die Problembereiche sind mit Zahlen gekennzeichnet,

01 weist auf die Lage des Fensterbank-Kopfstückes hin. Die Rolladenführungsschienen sind so anzuordnnen, daß ein ausreichend großes Spiegelmaß verbleibt, um die Fugen (Punkt 6.) gemäß Regelwerk dimensionieren zu können.

02 bedeutet, daß die Fußpunkte der RF (Rolladenführungsschienen) ebenso beachtet werden müssen. Im obenstehend abgebildeten Beispiel wird die vom Wind auf der Fensterbank nach hinten und damit in die RF "gedrückte" Feuchtigkeit in das Mauerwerk eindringen. Eine fachgerechte Abdichtung ist so nicht ausführbar.

Die untenstehende Abbildung zeigt, wie der Fußpunkt fachgerecht mit einem Formteil abgedichtet werden könnte.

03 zeigt in der oberen Abbildung einen fachlich nicht ordnungsgemäß ausführbaren Eckbereich. Das Ende des Fensterbank-Kopfstückes stößt gegen die RF; dieser Bereich kann so nicht nachhaltig dicht ausgeführt werden. Eventuell eingebrachte "Versiegelung" würde die Fuge (Punkt 6.) negativ verändern und somit zu Mängeln im Anschluß zum Mauerwerk führen. Bei dieser Ausführung ist mit Feuchtigkeitseintritt zu rechnen.

Die untenstehende Abbildung zeigt, wie dieser Bereich fachgerecht ausgeführt wird. Die Fensterbank ist winkelförmig abgesetzt und mit einem geeigneten Kopfstück versehen. Es ist mit Einwänden zu rechnen, daß diese Fensterbank nicht "problemlos" demontiert/ausgewechselt werden kann. Dem kann eigentlich nur entgegnet werden, daß durchfeuchtete Mauerwerksbereiche und dadurch erforderliche Sanierungsarbeiten häufig vorkommen; die Auswechselung einer Aluminium-Außenfensterbank vergleichsweise selten.

04 weist wiederum auf den Fußpunkt der RF hin, weil bei der in der oberen Abbildung gewählten (üblichen) Ausführungsart eine fachgerechte Abdichtung nicht möglich ist. Die Stege der RF können in keinem Fall eine ausreichende Haftzone für Dichtungsmaterial darstellen.

Die untenstehende Abbildung zeigt wiederum eine fachgerecht Lösung mit Formteil.

05 zeigt den Bereich zwischen dem unteren Ende der RF zum Ebenen-Rücksprung der senkrechten Aufkantung der Aluminium-Außenfensterbank.

Auch dieser Bereich ist in der unteren Abbildung fachgerecht mit dem/einem Formteil abgedichtet.

06 weist auf die Fuge zwischen Fensterbank-Kopfstück und Mauerwerkslaibung hin. Diese ist gemäß Regelwerk auszuführen und zu dimensionieren. In den meisten Fällen wird die Abdichtung ohne Hinterfüllmaterial ausgeführt. Bei derartigen Fugen ist mit Abrissen und in der Folge mit Feuchtigkeitseintritt zu rechnen.

07 zeigt die Abdichtung zwischen Mauerwerksanschlag und Rolladenführungsschiene. Die untere Abbildung zeigt eine fachgerechte Ausführung.

08 bedeutet, daß die Fuge zwischen RF und Blendrahmen dicht sein muß; es darf keine Feuchtigkeit eindringen. Der Abstand zwischen den Befestigungselementen für die RF darf nicht zu groß gewählt werden.

09 weist auf die Anschlußfuge zwischen Rahmen- und Mauerwerksbereich hin. Dieser ist "vollsatt mit geeignetem Dämmaterial" zu verfüllen.

10 bedeutet, daß der innere/raumseitige Anschlußbereich "dampfdiffusionsdicht" sein muß. Da die sogenannte 10°-Isotherme normalerweise innerhalb der Fuge liegt, ist (auch vor der WSchV, eigentlich seit Herausgabe des Abschlußberichts "Anschluß der Fenster zum Baukörper", ift 1977) gemäß Forderungen DIN 4108 zu prüfen, ob (auch partielle) Tauwasserbildung vermieden wird. In DIN 4108, Teil 3 wird u.a. für Aufenthaltsräume in Hochbauten ein sogen. klimabedingter Feuchteschutz gefordert, der in dem Ziel der Vermeidung von Tauwasser an Bauteiloberflächen und Tauwasser im Bauteilinnern (hier ist der Anschlußbereich mit einzubeziehen) besteht. Die obenstehende Abbildung zeigt eine übliche, aber falsche Ausbildung; der Rahmen wird lediglich eingeputzt.

Beachten Sie "Leitseite für Menschen ... die Fenster brauchen ...", "Fensterhandbuch", "Lüftung", Teil 2.9.3. "Bauanschlußfugen richtig abdichten" und "Forum", "Aktuelles aus dem Regelwerk", Innere Abdichtung der Bauanschlußfuge ist jetzt Stand der Technik. Schalttitel: Fugenabdichtung.

Usw.

Weitere Hinweise gemäß "Leitfaden zur Montage" der RAL-Gütegemeinschaften Fenster und Haustüren, Bockenheimer Anlage 13, 60322 Frankfurt.

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Über den in der vorstehenden Gliederung enthaltenen allgemeinen Teil hinausgehend, wird auf Grundlage des Systems Fenonyma ein allgemein informierendes Fensterhandbuch bereitgestellt.