Integratio® - Fensterhelfer


Allgemeine Fenstertechnik

2.1. Farbe und dunkle Oberflächen an Kunststoffenstern

2.1.1. Homogen eingefärbte Kunststoffensterprofile

Dazu haben wir bereits 1977 im Handbuch zu einem damals neu in den Markt kommenden System geschrieben: "Die Technik ist nicht immer so weit, wie wir glauben möchten. Tatsache ist, daß jeder farbige Kunststoff im Laufe etlicher Jahre ausbleicht. Vielleicht. Aber lassen Sie sich nicht entmutigen - es muß nicht so kommen. Und wenn: Schlimm ist es tatsächlich nicht. Wir denken aber, daß Sie es wissen sollten." Natürlich ist die Formulierung fachlich nicht korrekt. Sinngemäß sagt sie, daß PVC nach damaligem und heutigem Stand der Technik (die Anleihe bei Henry Ford sei verzeihen) in jeder Farbe hergestellt werden kann, wenn sie nur weiß ist. Also: Aus homogen eingefärbtem farbigen PVC hergestellte Fensterprofile verursachen zumeist größere Probleme als weiße; insbesondere, wenn die Farbe dunkel ist bzw. zu einer im Vergleich wesentlich höheren Temperaturaufnahme führt. Aus diesem Grund die nachstehenden Anmerkungen in Bezugnahme auf braune Fenster und/oder andere Farben, die gleiche Temperaturaufnahmen zur Folge haben.

2.1.2. Braune oder farbige Fenster

mit besonderen Oberfächenbehandlungen oder -arten, wie Dekorfolien, Acryl-Deckschichten usw. sind mit vorstehender negativer Schilderung nicht gemeint. Diese können bezüglich Farbbeständigkeit "hoch eingestellt", kratzfester als eine PVC-Oberfläche sein usw.

DUNKLE FENSTER -oder besser Türen- weisen eher Funktionsstörungen auf, weil die entstehenden Längenänderungen der Rahmen unter Umständen so groß ist, daß ein Drehkipp-Flügel bei hohen Temperaturen auf der Kippschließplatte schwer aufläuft oder bei niedrigen Temperaturen hakt.

Der lineare Ausdehungskoeffizient beträgt zwischen - 30 und + 50 °C 7 x 10-5 K-1 bzw. bei 10 °C Temperaturdifferenz 0,7 mm pro Meter.

2.1.3. Temperaturbedingte Längenänderungen

Wie bereits dargestellt, verändert sich die Länge eines Profilstabes bei einer Temperaturdifferenz von 10 °C um 0,7 mm/m. Selbstverständlich trifft dies auf das Temperaturmittel zu. Was ist daraus zu schließen und welche maßlichen Veränderungen entstehen in der Praxis?

Die Abbildungen verdeutlichen die Verformung aufgrund der einseitigen Längenzunahme. Bei der rechten Profilabbildung ist der spannungsfreie Verlauf mit gestrichelter Linienführung dargestellt. Bei dem Beispiel wurde davon ausgegangen, daß die linke Seite durch Einstrahlung temeraturbelastet ist. Es kommt zur temperaturbedingten Längenänderung und daraus resultierend zur Verformung/Durchbiegung.

Diese Abbildungen sollen verdeutlichen, daß aufgrund des eingeschobenen Stahlrohres als Verstärkung keine Durchbiegung des Kunstsoffprofils mehr entstehen kann; es kommt lediglich zu einer Längenänderung.

Die vorstehenden Erläuterungen sollen verdeutlichen, daß Kunststoffensterprofile - insbesondere solche, bei denen es zu erhöhten Temperaturaufnahmen kommen kann - verstärkt werden müssen, um Durchbiegungen zu verhindern. Ebenso sinkt naturgemäß der E-Modul des PVC´s abhängig von der Eigentemperatur usw.

Obenstehende Schnitte sollen die Temperaturbereiche verdeutlichen, die bei Fenstern mit dunkler Oberfläche unter Zugrundelegung der unterschiedlichen Temperaturbedingungen im Temperaturmittel des Profils zu berücksichtigen sind.

Bei der Abbildung mit einer Außentemperatur von - 15 und einer Innentemperatur von + 20 °C ergibt sich ein Temperaturmittel von + 2,5 °C und bei der Abbildung mit der Außentemperatur von + 65 und einer Innentemperatur von + 20 °C ergibt sich ein Temperaturmittel von + 42,5 °C.

Die Differenz des Temperaturmittels beträgt bei obenstehendem Beispiel 40 °C und die daraus resultierende Längenänderung würde demgemäß 4 x 0,7 mm/m = 2,8 mm/m betragen. In der Praxis liegt die Längenänderung jedoch ungefähr 30 - 40 % niedriger, weil bspw. die

usw. eine Längenänderung erheblich beeinträchtigen bzw. reduzieren.

Aus diesem Grund ist bei Hart-PVC-Profilen von 2,0 mm/m und bei dunkelfarbigen Profilen oder solchen mit dunklen Oberfächen reduziert sich das Maß bei Temperaturen (-mittel) von größer/gleich 40 °C auf 1,7 mm/m.

In diesem Zusammenhang ist darauf zu achten, daß insbesondere bei großen und/oder gekoppelten Elementen technisch nicht oder nur noch schwer beherrschbare Probleme durch temperaturbedingte Längenänderungen entstehen können.

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Über den in der vorstehenden Gliederung enthaltenen allgemeinen Teil hinausgehend, wird auf Grundlage des Systems Fenonyma ein allgemein informierendes Fensterhandbuch bereitgestellt.