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Energieeinsparverordnung - EnEV
R e f e r e n t e n e n t w u r f

Anhang 3
Anforderungen bei Änderung von Außenbauteilen bestehender Gebäude (zu § 7 Abs. 1)

 

1. Außenwände

Soweit bei beheizten Räumen Außenwände in der Weise erneuert werden, daß

a.

Bekleidungen in Form von Platten oder plattenartigen Bauteilen oder Verschalungen sowie Mauerwerks-Vorsatzschalen angebracht werden,

b.

bei beheizten Räumen auf der Innenseite Bekleidungen oder Verschalungen aufgebracht werden,

c.

Dämmschichten eingebaut werden,

d.

bei einem bestehenden Bauteil mit einem Wärmedurchgangskoeffizienten größer 0,9 W/(m2·K) der Außenputz erneuert wird oder

e.

neue Ausfachungen in Fachwerkwände eingesetzt werden,

gelten die Anforderungen nach Tabelle 1 Zeile 1. In den Fällen a) und b) ist die Ausnahmeregelung nach § 7 Abs. 1 Nr. 1 auf jede einzelne Fassadenfläche eines Gebäudes anzuwenden. Bei einer Kerndämmung von mehrschaligem Mauerwerk gemäß Fall c) gelten die Anforderungen als erfüllt, wenn der bestehende Hohlraum zwischen den Schalen vollständig mit Dämmstoff ausgefüllt wird.

 

2. Fenster und Fenstertüren sowie Dachflächenfenster

Soweit bei beheizten Räumen Fenster, Fenstertüren sowie Dachflächenfenster in der Weise erneuert werden, daß:

a.

das gesamte Bauteil ersetzt wird oder erstmalig eingebaut wird,

b.

zusätzliche Vor- oder Innenfenster eingebaut werden oder

c.

die Verglasung bei geeigneten Rahmen ersetzt wird,

gelten die Anforderungen nach Tabelle 1 Zeile 2.

 

3. Außentüren

Bei der Erneuerung von Außentüren dürfen nur Außentüren mit wärmegedämmten Profilen eingebaut werden; die Türfläche darf einen Wärmedurchgangskoeffizienten von 2,5 W/(m2·K) nicht überschreiten.

 

4. Decken, Dächer und Dachschrägen
4.1 Steildächer

Soweit bei Steildächern Decken unter nicht ausgebauten Dachräumen und Decken und Wände (einschließlich Dachschrägen), die beheizte Räume nach oben gegen die Außenluft abgrenzen, in der Weise erneuert werden, daß

a.

die Dachhaut bzw. außenseitige Bekleidungen oder Verschalungen ersetzt oder neu aufgebaut werden,

b.

innenseitige Bekleidungen oder Verschalungen aufgebracht oder erneuert werden,

c.

Dämmschichten eingebaut werden,

d.

zusätzliche Bekleidungen oder Dämmschichten an der Abseitenwand zum unbeheiztem Dachraum eingebaut werden,

gelten die Anforderungen nach Tabelle 1 Zeile 3 a). Ist bei einer Zwischensparrendämmung aufgrund der Maßnahmen nach Fall a) die die Dämmdicke wegen einer innenseitigen Bekleidung und der Sparrenhöhe begrenzt, so gilt die Anforderung erfüllt, wenn die nach den Regeln der Technik maximal mögliche Dämmstoffdicke eingebaut wird.

 

4.2 Flachdächer

Soweit bei beheizten Räumen Flachdächer in der Weise erneuert werden, daß

a.

die Dachhaut bzw. außenseitige Bekleidungen oder Verschalungen ersetzt oder neu aufgebaut werden,

b.

innenseitige Bekleidungen oder Verschalungen aufgebracht oder erneuert werden,

c.

Dämmschichten eingebaut werden,

gelten die Anforderungen nach Tabelle 1 Zeile 3 b).

Werden bei der Flachdacherneuerung Gefälledächer durch die keilförmige Anordnung einer Dämmschicht aufgebaut, so ist der Wärmedurchgangskoeffizient nach DIN EN ISO 6946 : 1996, Anhang C zu ermitteln. Der Bemessungswert des Wärmedurchgangswiderstandes am tiefsten Punkt der neuen Dämmschicht muß den Mindestwärmeschutz nach § 6 Abs. 5 gewährleisten.

 

5. Wände und Decken gegen unbeheizte Räume und gegen Erdreich

Soweit bei beheizten Räumen Decken und Wände, die gegen unbeheizte Räume oder gegen Erdreich grenzen, in der Weise erneuert werden, daß

a.

außenseitige Bekleidungen oder Verschalungen, Feuchtigkeitssperren oder Drainagen angebracht oder erneuert werden,

b.

innenseitige Bekleidungen oder Verschalungen an Wände angebracht werden,

c.

Fußbodenaufbauten (auf der beheizten Seite) aufgebaut oder erneuert werden,

d.

Deckenbekleidungen (auf der Kaltseite) angebracht werden oder

e.

Dämmschichten eingebaut werden

gelten die Anforderungen nach Tabelle 1 Zeile 4. Die Anforderungen nach Fall c) gelten als erfüllt, wenn ein Fußbodenaufbau mit einer maximal möglichen Dämmstoffdicke (bei einem Bemessungswert der Wärmeleitfähigkeit ausgeführt wird, der keine Anpassung der Türhöhen erfordert.

 

Tabelle 1
Begrenzung des Wärmedurchgangs bei erstmaligem Einbau, Ersatz und Erneuerung von Bauteilen

Zeile

Bauteil

Gebäude nach
§ 1 Abs.1 Satz 1

Gebäude nach
§ 1 Abs.1 Satz 2

max. Wärmedurchgangskoeffizient Umax
in W/(m
2·K)

Spalte

1

2

3

1 a)

b)

Außenwände

Außenwände bei Erneuerungs-
maßnahmen nach Nr. 1
Buchstabe a), c) und d)

UAW <= 0,45

UAW <= 0,35

UAW <= 0,75

UAW <= 0,75

2 a)

 

b)

Außenliegende Fenster, Fenstertüren
sowie Dachflächenfenster nach Nr. 2
Buchstabe a) und b)

Verglasungen nach Nr. 2
Buchstabe c)

UW <= 1,7

 

Ug <= 1,5

UW <= 2,8

 

keine Anforderungen

3 a)

b)

Decken, Dächer und Dachschrägen
nach Nr. 4.1

Dächer nach Nr. 4.2

UD <= 0,30

UD <= 0,25

UD <= 0,40

UD <= 0,40

4 a)

 

b)

Decken und Wände gegen unbeheizte
Räume oder Erdreich
nach Nr.5 Buchstabe a) und d)

Decken und Wände gegen unbeheizte
Räume oder Erdreich
nach Nr.5 Buchstabe b), c) und e)

UG <= 0,40
UU <= 0,40

UG <= 0,50
UU <= 0,50

keine Anforderungen

keine Anforderungen

Dabei bedeuten:

U

Wärmedurchgangskoeffizient des Bauteils unter Berücksichtigung der neuen und der vorhandenen Bauteilschichten

Indizes

AW

Außenwand

w

Fenster

g

Verglasung

D

Dach

G

gegen Erdreich

u

gegen unbeheizte Räume

6. Gewährleistung der Luftdichtheit der erneuerten Bauteile

Bei Maßnahmen nach Nr. 1 Buchstabe b), Nr. 4.1 Buchstabe b) und d), Nr. 4.2 Buchstabe b) und Nr. 5 Buchstabe b) und c) ist eine nach dem Stand der Technik luftdichte Schicht im Bereich der zu erneuernden Bauteile einzubauen. Geschlossene, vollfugig gemauerte Mauerwerkswände und durchgehende Deckenplatten gelten als luftdichte Schicht.


Beachten Sie bitte, daß wir keine Haftung für die Richtigkeit übernehmen können.

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