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Energieeinsparverordnung - EnEV
R e f e r e n t e n e n t w u r f

ZWEITER ABSCHNITT
Begrenzung des Energie- und Wärmebedarfs bei zu errichtenden Gebäuden

§ 3

Gebäude mit normalen Innentemperaturen

(1)

Bei zu errichtenden Gebäuden mit normalen Innentemperaturen dürfen

1.

der auf das beheizte Gebäudevolumen oder die Gebäudenutzfläche bezogene Jahres-Heizenergiebedarf nach Anhang 1 Nr. 2.1.1 die in Anhang 1 Nr. 1 festgelegten Höchstwerte nicht überschreiten,

2.

der auf das beheizte Gebäudevolumen oder die Gebäudenutzfläche bezogene, nach Anhang 1 Nr. 2.1.2 zu ermittelnde Jahres-Primärenergiebedarf 115 vom Hundert der in Anhang 1 Nr.1 für den Jahres-Heizenergiebedarf festgelegten Höchstwerte nicht überschreiten und

3.

der Jahres-Heizwärmebedarf 92 vom Hundert des jeweiligen Höchstwertes nach Anhang 1 Tabelle 1 nicht überschreiten.

(2)

Die Berechnung des Jahres-Heizenergiebedarfs, des Jahres-Primärenergiebedarfs und des JahresHeizwärmebedarfs für das jeweilige zu errichtende Gebäude hat nach den in Anhang 1 Nr. 2 bis 4 festgelegten Rechenverfahren, Randbedingungen und den dort genannten Regeln der Technik zu erfolgen.

(3)

Zur Sicherstellung eines energiesparenden sommerlichen Wärmeschutzes darf bei einem Anteil der Fensterfläche von mehr als 25 vom Hundert an einer Fassadenfläche der nach dem Verfahren in DIN V 4108 - 6: 1999-00 Nr. 6.5 zu bestimmende Sonnenertragskennwert den nach diesem Verfahren jeweils zulässigen Höchstwert nicht überschreiten. Abweichend von Satz 1 ist bei Gebäuden nach § 1 Abs. 1 Nr. 2 und 5 bis 10 die Überschreitung des Höchstwertes zulässig, soweit nutzungsbedingt besondere Fassadenkonstruktionen erforderlich sind. Werden diese Gebäude mit Anlagen ausgestattet, durch die Raumluft unter Einsatz von Energie gekühlt wird, so ist das Gebäude so auszuführen, daß die auf das gekühlte Raumluftvolumen bezogene Kühlleistung nach dein Stand der Technik und der im jeweiligen Einzelfall anwendbaren baulichen Maßnahmen so gering wie möglich gehalten wird. Satz 3 gilt nicht, wenn diese Anlagen überwiegend mit erneuerbaren Energien betrieben werden.

(4)

Anstelle der Anforderungen des Absatzes 1 darf der Jahres-Heizwärmebedarf bei Gebäuden mit

1.

Einzelheizgeräten zur Beheizung von einzelnen Räumen oder Raumgruppen 80 vom Hundert,

2.

überwiegender Beheizung durch erneuerbare Energien oder durch Fernwärme aus Kraft-Wärme-Kopplung 92 vorn Hundert oder

3.

überwiegend elektrischer Speicherheizung 70 vom Hundert

des jeweiligen Höchstwertes nach Anhang 1 Tabelle 1 nicht überschreiten.

(5)

Abweichend von Absätzen 1 bis 4 dürfen Wohngebäude mit nicht mehr als zwei Vollgeschossen oder drei Wohnungen sowie einem Fensterflächenanteil von 15 bis einschließlich 30 vom Hundert auch nach den Anforderungen des Anhanges 1 Nr. 5 errichtet werden.

§ 4

Gebäude mit niedrigen Innentemperaturen

(1)

Bei zu errichtenden Gebäuden mit niedrigen Innentemperaturen darf der auf das beheizte Gebäudevolumen bezogene Jahres-Transmissionswärmebedarf die in Anhang 2 Nr. 1 festgelegten Höchstwerte nicht überschreiten.

(2)

Der Jahres-Transmissionswärmebedarf für das jeweils zu errichtende Gebäude ist nach Anhang 2 Nr. 2 zu berechnen.

§ 5

Dichtheit

(1)

Gebäude nach § 1 Absatz 1 sind so zu errichten, daß die wärmeübertragende Umfassungsfläche einschließlich der Fugen dauerhaft luftundurchlässig entsprechend dem Stand der Technik abgedichtet ist. Darüber hinaus ist die Fugendurchlässigkeit außenliegender Fenster und Fenstertüren nach Anhang 4 Nr. 1 zu begrenzen. Bei der Überprüfung der Dichtheit nach Satz 1 und 2 ist Anhang 4 Nr. 2 zu beachten.

(2)

Bei der Errichtung und baulichen Änderung von Gebäuden nach § 1 Absatz 1 ist der zum Zwecke der Gesundheit und Beheizung erforderliche Mindestluftwechsel sicherzustellen. Soweit dazu andere Lüftungseinrichtungen als Fenster verwendet werden, müssen diese Anhang 4 Nr. 3 entsprechen.

§ 6

Bauteilbezogene Anforderungen, Mindestwärmeschutz

(1)

Bei Flächenheizungen in Außenbauteilen darf der Wärmedurchgangskoeffizient der Bauteilschichten zwischen dem Wärmeträger und der Außenluft, dem Erdreich oder unbeheizten Gebäudeteilen oder Gebäudeteilen mit niedrigen Innentemperaturen 0,35 W/(m2·K) nicht überschreiten.

(2)

Der Wärmedurchgangskoeffizient von Außenwänden darf im Bereich von Heizkörpern den Mittelwert der nicht transparenten Außenwände des Gebäudes nicht überschreiten.

(3)

An Heizkörpern, die weniger als 1,50 m vor außenliegenden Fensterflächen angeordnet werden, sind zur Begrenzung der Abstrahlungsverluste geeignete fensterseitige Abdeckungen, die nicht demontierbar oder in den Heizkörper integriert sind, anzubringen. Der Wärmedurchgangskoeffizient der Fensterflächen in diesen Bereichen darf 1,5 W/(m2·K) nicht überschreiten.

(4)

Im Bereich von Rolladenkästen darf der Wärmedurchgangskoeffizient 0,6 W/(m2·K) nicht überschreiten.

(5)

Bei Bauteilen, die Gebäude gegen die Außenluft, das Erdreich oder Gebäudeteile mit wesentlich niedrigeren Innentemperaturen abgrenzen, sind die Anforderungen des Mindestwärmeschutzes nach den anerkannten Regeln der Technik einzuhalten, sofern nach § 3 oder § 4 geringere Anforderungen zulässig wären.

(6)

Die Gebäude sind so auszuführen, daß der Einfluß konstruktiver Wärmebrücken auf den Jahres-Heizenergiebedarf nach dem Stand der Technik und den im jeweiligen Einzelfall anwendbaren Maßnahmen so gering wie möglich gehalten wird. Der verbleibende Einfluß der Wärmebrücken ist bei der Ermittlung des Jahres-Heizwärmebedarfs nach Anhang 1 Nr. 3.2 zu berücksichtigen.


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