Integratio® - Problemhelfer
Bedingung für fachgerechte Montage geeignet?

Das nachstehend aufgeführte Problem entstand, weil ein Fensterhersteller mit den Montagebedingungen nicht die Möglichkeit sah, eine fachgerechte Montage ausführen zu können. Er suchte bei einem Sachverständigen Rat.


Der Fensterbauer wurde von der Bauleitung aufgefordert, trotz widriger Witterungsverhältnisse zu montieren. Das untenstehenden Bild zeigt die Baustelle - Eis und Schnee sollten der Montage nicht entgegen stehen.

Die Mauerwerkslaibungen waren nicht geglättet. Die beiden untenstehenden Bilder zeigen einen Bereich mit einschaligem Kalksandstein.

Die Bilder verdeutlichen das Bemühen. Die Blendrahmen wurden mit BuDi-Leisten versehen, ausgerichtet und befestigt. Trotz der Temperaturen um den Gefrierpunkt ist es den Monteuren gelungen die Butylstreifen an den BuDi-Leisten am Blendrahmen und (trotz stark unebener Haftzonen) an der Mauerlaibung zur Haftung zu bringen. Auch die Butylbänder vom Fensterbankanschlussprofil zur Brüstungslaibung und die Ecktapes wurden sauber und dicht, d.h. ordnungsgemäß ausgeführt.

Bei geeigneter Witterung hätte die Montage in der gezeigten Art weiter ausgeführt werden können; hier lag der Aufwand jedoch naturgemäß wesentlich höher. Darüberhinaus wiesen die Laibungen der Mauern aus Pototon-Ziegel sehr große Unebenheiten, fehlende Steine usw. auf, was den Fensterbauer veranlasste, den Bauleiter um Stellungnahme zu bitten - die Bedenken wurden vorgetragen.

Ein besonders gravierender Fall war die Öffnung für eine Fensterwand. Die rechte Laibung wies Abweichungen von bis zu 3,5 cm auf und die linke Laibung war mit Zementputz durchgehend geputzt. Der Fensterbauer befürchtete, man würde später in der Laibung entstehendes Tauwasser auf mangelhafte Fenstermontage zurückführen.

Die Hinweise des Fensterbauers veranlassten den Bauleiter zu unsachlichen Mitteilungen und zur Zurückweisung der Bedenkensäußerung. Aus diesem Grund wurde ein Sachverständiger hinzugezogen, der die Umstände aufnahm, um bei ggf. späteren Mängelanzeigen nicht ohne Beweismittel zu sein. Wenn der Sachverständige später das Ergebnis seiner Sachstandsaufnahme als Gutachten zur Verfügung stellt, handelt es sich natürlich um ein sogenanntes Parteigutachten; ein vom Gericht bestellter Sachverständiger wird bei dieser Aktenlage und sorgfältiger Untersuchung der Ausführung zu keinem unerwarteten Ergebnis kommen können.

In diesem Zusammenhang sei auf die Hinweise aus dem "Leitfaden zur Montage" der RAL-Gütegemeinschaften verwiesen. Die untenstehenden Abbildungen sind dem Teil "Planung der Montage" entnommen.

Zum linken obenstehenden Bild: Leichtlochziegel, porosierte Ziegel o.ä. erfordern einen Glattstrich, wenn eine Abdichtung nach dem Stand der Technik sonst nicht auszuführen ist. Zum mittleren obenstehenden Bild: Wechselnde und ungleiche Oberflächen von Ziegelsteinen müssen durch einen Glattstrich ausgeglichen werden, wenn die geplante Abdichtung aufgrund der Unebenheiten nicht fachgerecht auszuführen ist. Zum rechten obenstehenden Bild: Im Brüstungsbereich empfiehlt es sich, die Lochung entsprechender Ziegelsteine zu schließen.

Das aus dem "Leitfaden zur Montage" obenstehend eingesetzte Bild 7.2 zeigt, welche Maßspanne zulässig ist. Die in dem hier in Frage stehenden Objekt festgestellten Abweichungen von bis zu 3,5 cm sind zweifelsfrei unzulässig.

Die Bedenkensäußerung war aufgrund der Umstände erforderlich.

Nach formal abgeklärten Hinweisen hat der Fensterbauer dem Auftraggeber/Bauleiter mitgeteilt: "... werden wir die Mauerlaibungen mit geeignetem plastisch verarbeitbaren Dichtstoff im Rahmen unserer Möglichkeiten glätten, um einen geeigneten Untergrund für die Anbringung und Haftung der Butylbänder zu erhalten. Die uns entstehenden Mehrkosten werden wir aufnehmen und ..."

Eigentlich sollte man dieses Beispiel unter Architektenschelte ablegen. Die Montagebedingungen waren nicht geeignet, eine fachgerechte Montage auszuführen.


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