Integratio® - Forum

Nachstehende Texte stellen Mitteilungen zum Thema "Neuheiten" dar; darunter verstehen wir:

Diese Seite verzweigt auf den Beitrag von Dipl. Ing. (FH) H. Froelich zu k-Werten von Fensterrahmen, zu erwartende Änderungen im Zusammenhang mit EnEV - Rahmengruppe 1 immer mit 1,9 W/m2 K rechnen? und die Themen Innere Abdichtung der Bauanschlußfuge ist jetzt Stand der Technik, Integratio® DoDi-Leisten, Integratio® BuDi-Leisten und Integratio® Diffusionsbänder für die dauerhafte Abdichtung der Fenster-Anschlußfuge, Fenster aus PC oder anderen hochwertigen Thermoplasten, Anmerkungen zur Fenster- und Beschlagpflege und Integratio® Montageklotz als Tragklötze bei der Fenstermontage "im Mauerwerk" mit Isolierschicht, in Plattenbauten u.dgl.


Rahmengruppe 1 immer mit 1,9 W/m2 K rechnen?

Immer wiederkehrende Fragen nach der Bewertung der k-Werte von Fensterrahmen (aus Holz und Kunststoff) der Rahmengruppe 1 haben uns veranlaßt, Herrn Dipl. Ing. (FH) H. Froelich um einen kurzen Zwischenbericht zu bitten. Herr Froelich hat uns auf Basis seines Engagements in den verschiedenen Fachgremien und Normenausschüssen einen Überblick zugesandt, den wir Ihnen nicht vorenthalten wollen.

Die U-Werte, bzw. k-Werte werden zukünftig nach den DIN-EN-ISO Normen 10077 Teil 1 und 10077 Teil 2 ermittelt. Für die Messung der Profile wird es die DIN-EN Norm 12412 Teil 2 geben.

Die Einführung dieser Normen wird allerdings erst frühestens im Jahr 2001 zu erwarten sein. Die Normen 10077 Teil 2 und 12412 Teil 2 befinden sich zur Zeit noch in der Bearbeitung und werden erst Ende 2000 in die formale Abstimmung gehen.

Mit diesen Normen wird es dann möglich sein, die U-Werte der Rahmen genau zu bestimmen und diese Werte dann auch bei der Ermittlung der Fensterwerte berücksichtigen zu können.

Man kann natürlich auch zur Zeit schon mit den Entwürfen dieser Normen arbeiten. Es gibt allerdings z.Zt. noch keine Möglichkeit einer Anerkennung als amtlicher Rechenwert für Nachweise nach der jetzt noch gültigen Wärmeschutzverordnung. Es ist jedoch vorgesehen, mit Einführung der EnEV dann auch die genannten Normen verwenden zu können. Ob dies alles zeitlich sicher gelingt, läßt sich allerdings z.Zt. noch nicht abschließend sagen.

Mit freundlichen Grüßen

Dipl. Ing. (FH) H. Froelich

Hinweis: Herr Froelich wird in unserem Sachverständigenverzeichnis geführt. Nach dem Ausscheiden von Herrn Prof. Schmid aus dem ift wird Herr Froelich zusammen mit Herrn Schmid ein Sachverständigenbüro betreiben. Dieses wird unter der Bezeichnung FSP (Froelich, Schmid & Partner) Rosenheim auftreten. Wir werden zu gegebener Zeit ausführlicher darüber berichten. Besonders haben wir uns über die Zusage der Herren gefreut, auch von dort aus zu entsprechenden Themen Stellung nehmen zu wollen. Es ist schön, Menschen mit der Bereitschaft zur Mentortätigkeit zu finden.


Mitteilung der Technische Beratungsstelle im Fachverband Fensterbau Baden-Württemberg

Durch Veröffentlichung im Mai 1997 ist allen Fensterbauern bekannt gemacht:

Innere Abdichtung der Bauanschlußfuge ist jetzt Stand der Technik

Mehr dazu unter Leitseite für Menschen und Organisationen, die Fenster brauchen ...", "Fensterhandbuch", "Lüftung". Dort ist unter "2.9.3. Bauanschlußfugen richtig abdichten" unter Bezugnahme auf die "Leitfaden zur Montage" der "RAL-Gütegemeinschaft" auch der Inhalt der Mitteilung der Technische Beratungsstelle im Fachverband Fensterbau Baden-Württemberg erläutert.


ventatherm® DoDi-Leisten für die dauerhafte Abdichtung der Fenster-Anschlussfuge bei Mauerwerk mit fertiger Laibung

Damit die Abdichtung problemlos ausgeführt werden kann, wurde ein geeignetes Profilprogramm (patentrechtlich abgesichert) entwickelt. Die Profile zeichnen sich u.a. dadurch aus, daß

Die ventatherm® DoDi-Leiste 15.15 für Fugenbreiten von 10 und ventatherm® DoDi-Leiste 25.15 für Fugenbreiten von 17 mm. Damit sind alle üblichen Anschlußfugen dauerhaft dicht auszuführen.

Nicht jede Mauerwerkslaibung ist gerade, die dauerelastische Abdichtung gelingt nicht immer optisch befriedigend usw. Aus diesem Grund haben wir einer Problemlösung den Vorzug gegeben, mit der ohne Hinterfüllmaterial (ventatherm® DoDi-Leisten haben auf dem Fugengrund eine Antihaftbeschichtung) eine ordnungsgemäße Fugendimensionierung herbeigeführt werden kann und die dauerelastische Abdichtung zusätzlich eine Abdeckung erhält.

Die Anschlußleiste für 10 oder 20 mm Fugenbreiten ist gemäß zu erwartender Bewegungen, Material usw. auszuwählen. Die entsprechende Anschlußleiste ist mit einer elastischen Selbstklebezone ausgestattet; muß also lediglich gegen den Kunststoffensterrahmen gedrückt werden. Danach kann die dauerelastische Abdichtung in die sich ergebende Fugen-Nut eingebracht und anschließend das Abdeckprofil aufgerastet werden.


ventatherm® BuDi-Leisten für die dauerhafte Abdichtung der Fenster-Anschlußfuge bei Rohbaumauerwerk

Damit die Abdichtung problemlos ausgeführt werden kann, wurde ein geeignetes Profilprogramm (patentrechtlich abgesichert) entwickelt. Die ventatherm® BuDi-Leisten stellen die optimale Ausführung für die Abdichtung des Blendrahmenanschlusses zur fertig ausgeführten bzw. geputzten Laibung dar.

Die ventatherm® BuDi-Leisten sind für die dauerhafte Abdichtung der Fuge zwischen Blendrahmen und Mauerwerk. Das umschwenkbare Rastprofil (untenstehende Abbildung ist im Maßstab 2:1) der ventatherm® BuDi-Leiste 01/50 ist geeignet für Blendrahmen aus dem Haus Kömmerling, Schnicks u.dgl.

Die ventatherm® BuDi-Leiste 00/50 ist für unterschiedliche Blendrahmen - nicht nur aus Kunststoff - geeignet.

Die ca. 50 mm breite Dichtzone aus Butylkautschuk ist mit Trennpapier mit Fingerlift versehen, damit es leicht abgezogen und die Dichtzone gegen das Mauerwerk gedrückt werden kann. Die Dichtzone ist mit einer Vliesauflage aus Kunststoffgewebe versehen, damit ist sie überputzbar; der Putz haftet darauf.

Die patentrechtlich geschützte Ausführung erlaubt den Transport auf Rollen in stabilem Wellpappkarton. An der Baustelle wird die erforderliche Länge abgeschnitten, der harte Fußteil umgelegt und in die Blendrahmennut eingedrückt. Die Verankerung der ventatherm® BuDi-Leisten ist so ausgebildet, daß die Dichtzone auch während des Tranports zur und auf der Baustelle vor Beschädigung geschützt ist.

Die ventatherm® BuDi-Leisten 00/50 sind mit einem Butylstreifen selbsthaftend ausgebildet. Nach dem Abziehen des Trennpapier auf dem Steg, der am Blendrahmen außen angeordnet wird, kann die ventatherm® BuDi-Leiste 00/50 an den Blendrahmen angedrückt werden. Die filmscharnierartige Zone sollte so angeordnet werden, dass ein Umschwenken der Dichtzone möglich bleibt.

Die schmalen Butylstreifen werden an den Rahmen gedrückt und damit wird die ventatherm® BuDi-Leiste am Blendrahmen festgeklebt. Insbesondere bei Holzfenstern ist es möglich, zusätzlich von außen durch das Kunststoffprofil zu tackern bzw. mechanisch zu befestigen.

Für und während der Befestigung des Blendrahmens kann die Dichtzone nach vorn zur Blendrahmenfläche geschwenkt und der Blendrahmen kann mit Keilen ausgerichtet werden.

Die ventatherm® BuDi-Leisten sind mit Profilzonen ausgestattet, die das Ausrichten mit Keil ermöglichen, ohne dabei die Butylstreifen an den ventatherm® BuDi-Leisten zu beschädigen. Der Keil bekommt nur Kontakt mit der Kunststoff- Profilzone.

Nach Verfüllung des Fugenraums wird das Trennpapier am Fingerlift beginnend abzogen und die Dichtzone gegen das Laibungsmauerwerk gedrückt.

Die Verklebung ist auch auf unebenem Mauerwerk möglich, wenn die Haftzonen ausreichend breit und staub-/schmutzfrei sind. Die Dichtzone aus Butylkautschuk (Polyisobutylen) stellt eine elastische Abdichtung mit besonders hohem Dampfdruck-Diffusionswiderstand dar. Eine Abdichtung des Fensterrahmens zum Mauerwerk mit ventatherm® BuDi-Leisten folgt den Forderungen des "Leitfaden zur Montage" der RAL-Gütegemeinschaft und den Empfehlungen des ift - "Dichtigkeit gegen Raumluft und Feuchte" und dem Grundsatz: "Innen dichter als außen".

Die Oberfläche der Dichtzone ist mit einer Vliesauflage aus Kunststoffgewebe versehen. Nachträglich aufgebrachter Laibungsputz haftet und durch diesen wird die Qualität der Abdichtung nicht herabgesetzt.

Integratio® Diffusionsbänder für die dauerhafte Abdichtung der Fenster-Anschlußfuge bei Rohbaumauerwerk

Für die äußere Abdichtung haben wir ein optimiertes Material entwickelt. Das ventatherm® Diffusionsband für die schlagregendichte diffusionsoffene Abdichtung der Fuge zum Mauerwerk, welches anschließend mit Wärmedämm-Verbund-System oder anderen Fassadenbekleidungen versehen wird. Damit bieten wir dem Fenster- und Fassadenbau Dichtsysteme, die der Forderung des Regelwerks bzw. dem Grundsatz "Innen dichter als außen" gerecht werden.

Das ventatherm® Diffusionsband ist mit einem ca. 20 mm breiten Selbstklebestreifen versehen, damit es problemlos auf dem Fensterrahmen befestigt werden kann. Für die Verklebung auf dem Mauerwerk hat sich Acrylat-Dichtstoff bewährt.

ventatherm® Diffusionsbänder gibt es in Breiten von 100, 150 und 200 mm. Darüberhinaus gibt es bei Abnahmemengen ab 500 m das ventatherm® Diffusionsband in Sonderbreiten, bspw. für Schleppfolienanschlüsse u.dgl.

Die Darstellung verdeutlicht unsere Empfehlung zur Montage und Abdichtung bei Mauerwerk mit außen aufgebrachtem Vollwärmeschutz aus Polystyrolschaum. Die mit Zahlen gekennzeichneten Bereiche/Stoffe bedeuten:

01

ventatherm® BuDi-Leiste mit Wasserdampfdiffusionsdichte µ: 140.000, 2 mm dick, Sd-Wert (µ · s) m: 280.

02

Mineralwolle oder PU-Schaum als vollsatte Verfüllung des Bereichs zwischen Mauerwerk und Fensterrahmen.

03

Beim Aufbringen des Putzes wurde (alternativ zur bspw. APU-Leiste) eine Leiste eingelegt, damit vorkomprimiertes Dichtband für schlagregendichten Anschluß zwischen Außenputz und Fensterrahmen eingebracht werden kann.

04

Vor der Montage des Vollwärmeschutzes wird das ventatherm® Diffusionsband mit dem Selbstklebestreifen auf dem Fensterrahmen und mit Acrylat auf dem Mauerwerk verklebt.

Eindringender Wasserdampf kann nach außen ab-/ausdiffundieren; Sd-Wert (µ · s) m: 0,05.

Fordern Sie unsere Unterlagen zur Anschlussausbildung, Merkblätter mit den Materialwerten und Muster mit Systemnennung und Bedarf an.


Anmerkungen zu Veröffentlichungen über Fenster aus PC (Polycarbonat) und anderen hochwertigen Thermoplasten:

Seit von vermeintlichen Umweltschützern - siehe "Wer sind die Bedenkensträger", Thema 1.3.7. unter "Ökologiebetrachtungen" - die PVC-Diskussion geführt wird, bemühen sich immer wieder einige Spezialisten, alternative Kunststoffe für die Herstellung von Fensterprofilen zu verwenden. Die Bemühungen sprechen nicht für besondere Kenntnis auf dem Gebiet der Kunststoffe; berücksaichtigen sie doch den Aspekt der Dampfdiffusion nicht

PVC hat einen besonders hohen Dampfdruck-Diffusionswiderstand, deshalb können daraus bspw. Blutbeutel und Verpackungen von einweißhaltigen Lebensmitteln (Wurst, Fleisch) hergestellt werden - siehe "Werden beim PVC Weichmacher verwendet?", Thema 1.3.4. unter "Ökologiebetrachtungen". Die meisten anderen Kunststoffe haben einen vergleichsweise niedrigen Dampfdruckwiderstandsfaktor; das trifft ebenso auf PC zu. Wenn nun bspw. ein Fensterrahmen aus PC hergestellt wird, ist damit zu rechnen, daß im Winter die in der warmen Raumluft getragene Feuchtigkeit duch die Wandungen des Rahmens hindurchwandert und im Bereich der Profilinnenkammern kondensiert.

Die obenstehende Abbildung zeigt den Schnitt eines Dachflächenfensters. Dieses wird seit über 20 Jahren aus einem PC-ABS-Blend (Noryl der GE-Plastics) hergestellt. In der Verarbeitungsanleitung ist berücksichtigt, daß die Profil-Innenkammern von Luft durchströmt werden, weil der Taupunkt sonst in den in den mit Tropfen gekennzeichneten Bereichen erreicht würde. Das Tauwasser kann bei fehlenden Belüftungsbohrungen (die somit auch als Entwässerungsöffnung bezeichnet werden könnten) nicht entweichen, weil dieses nicht (wie Wasserdampf) durch die Profilwandungen diffundieren kann.

Ein Kunststoffenster aus alternativen Thermoplasten wäre also nur vorstellbar, wenn zusätzlich Barriereschichten ein-/aufgebracht würden; aber wer will schon solche Mischpolymerisate? Wer will diese ökologisch verantworten und wie sollen diese recycliert werden?


Anmerkungen zur Fenster- und Beschlagpflege:

Nachstehendes Beispiel aus einer gutachterlichen Bearbeitung stellt einen Fall dar, bei dem ein abgestürzter Fensterflügel wegen der nicht durchgeführten "gemäß AGB´s der Beschlaghersteller zwingend erforderlichen" Beschlagpflege und -wartung in Abständen von max. zwei Jahren zu einem Schaden geführt hat. In diesem Zusammenhang wird dann noch einmal auf Wartungsverträge hingewiesen.

Vorgeschichte:

Die Aluminiumfenster sind im Zusammenhang mit einer durchgeführten Fassadensanierung 1988 eingebaut worden. Ein Fenster in einem Büro des 4. OG (Obergeschosses) ist abgestürzt, weil sich die Verbindungsschrauben vom Scherenarm zum Scherenband gelöst hatten und herausgefallen sind.

Bei den unmittelbar nach Reparatur im Januar 1996 durchgeführten Wartungsarbeiten wurde festgestellt und mitgeteilt, daß sich an verschiedenen Fenstern die Befestigungsschrauben des Scherenarmes gelöst hätten, diese im Zuge der Wartung wieder festgezogen worden seien und "daß auf Grund der verwendeten sehr kurzen Schrauben, eine dauerhafte Befestigung der Scherengrundplatten am Flügelrahmen nicht gewährleistet und ein erneutes Lösen auf Grund mehrfacher Fensterbedienungen nicht auszuschließen sei".

Demgemäß ergaben sich die an den Sachverständigen gerichteten Fragen. und die Bearbeitung durch den Sachverständigen:

Die Fragen werden gemäß Aufgabenstellung und die Beantwortung der jeweiligen Frage unmittelbar folgend aufgeführt.

Sämtliche Feststellungen erfolgten im Beisein der vorgenannten Anwesenden, und die in diesem Zusammenhang erstellten Notizen wurden im Beisein der Anwesenden angelegt bzw. diktiert.

1. Sind die seinerzeit verwendeten Befestigungsschrauben gem. dem damals geltenden Stand der Technik richtig gewählt worden?

Dazu: Der verwendete Beschlag ist mit seinen Einzelteilen in der beiliegenden Übersicht dargestellt; es handelt sich um den Drehkippbeschlag ... . Mit Hinweislinie sind die Befestigungsschrauben bzw. ihre Lage dargestellt.

Der oben waagerecht angeordnete Scherenarm ist auf der der Achse zugewandten Seite nach unten abgewinkelt und über einen damit korrespondierenden Lappen des achsbildenden Teils, des Scherenbandes geführt. Dort sind zwei Schrauben angeordnet. Dazu führt die ...-Anschlaganleitung aus: "Die Verbindungsschrauben vom Scherenarm zum Scherenband müssen kräftig angezogen werden. Drehmoment M > 3,5 Nm (0,35 kpm)."

Zusammenfassend: Die seinerzeit verwendeten Befestigungsschrauben sind gemäß dem damals geltenden Stand der Technik richtig gewählt worden. Bei den an den beiden untersuchten Fenstern entnommenen Schrauben handelt sich mit einem sehr hohen Maß an Wahrscheinlichkeit um die "Originalschrauben".

2. Ist die Befestigung der Kippscherengrundplatten an den Flügelrahmen fachgerecht und dem Stand der Technik entsprechend ausgeführt worden?

Dazu: Mit dieser Frage ist gemeint gewesen, ob die Befestigung des Scherenarmes (Winkellappen) am Scherenband "ordnungsgemäß" ausgeführt ist.

Zu dieser Fragestellung ist es gekommen, weil das die Service-/Wartungsarbeiten ausführende Unternehmen vorgeschlagen hatte, die Scheren ggf. gegen solche auszuwechseln, die durch Bundbolzen o.dgl. derart gesichert seien, damit (auch beim Herausfallen der Befestigungsschrauben) eine Trennung des Scherenarmes vom Scherenband ausgeschlossen ist. Dabei hätte ggf. das Scherenlager (mit dem Scherenband korrespondierendes Teil auf dem Blendrahmen) verbleiben können.

Eine andere Optimierung wäre (gemäß Vorschlag des Wartungsunternehmens) dann möglich, wenn die Fensterflügel alle ausgehängt (Herausdrücken des Scherenbandstiftes) und dann die Schrauben mit geeigneten Maßnahmen gesichert würden. Ebenso sollten gemäß Vortrag die Schrauben selbst ausgewechselt werden, damit diese dann mit einem Torx-, Imbus-Schlüssel oder ähnlichem besser verschraubt werden könnten.

Durch "Heben und Rappeln am Flügel" wurden "vom Wartungsunternehmen" an insgesamt 10 Fensterflügeln gelöste Schrauben für die Befestigung der Scherenarme an den Scherenbändern festgestellt. Um bestehenden Schaden und Gefahr für Leib und Leben von Menschen abzuwenden, wurden alle Schrauben kontrolliert und festgezogen.

Die Beantwortung der Frage ergibt sich nach Einholung von Informationen bei verschiedenen Kollegen, Beschlagspezialisten und nach Erörterung des Themas mit den Herren des Beschlagherstellers wie folgt:

Die Befestigung des Scherenarmes am Scherenband entspräche dem Stand der Technik bis vor ca. sechs Jahren. Seitdem würden bei unveränderter Scherenbandkonstruktion Schrauben verwendet, die werkseitig im Gewindebereich mit Sicherungslack versehen seien. In der Vergangenheit sei kein derartiger Fall bekannt geworden, in dem Schrauben herausgefallen und dadurch ein Flügel abgestürzt sei.

Die Untersuchungen an zwei Fenstern in den Räumen 405 und 406 haben keinen Hinweis dafür gegeben, daß sich hier die Befestigungsschrauben des Scherenarmes am Scherenband hätten lösen können &endash; die Schrauben waren mit M > 3,5 Nm angezogen. Darüberhinaus haben vorläufige Kontrollen der Gewinde-Innendurchmesser usw. keinen Hinweis für Mängel erkennen lassen. Mit Zustimmung der Hausverwaltung wurde das Scherenband aus Raum 406 gegen ein neues Teil ausgewechselt; die Firma Beschlaghersteller hat Untersuchungen an der Schraubenbahn/Gewindeschnitt usw. durchgeführt. Das Ergebnis der Untersuchungen wurde per Fax mitgeteilt. Danach konnten keine Mängel festgestellt werden - das Gewinde war im Bereich der zulässigen Toleranzen geschnitten, die Gewindebahn zeigte in der Vergrößerung des Schnittbildes keine Abweichungen; es waren keine Mängel festgestellt worden.

Zum Stand der Technik und allgemein ergaben sich folgende Hinweise:

Die Fenster waren in den Falzbereichen stark verschmutzt. Besonders große Staub-/ Schmutzablagerungen wurden an der oberen Flügelkante und den dort angeordneten Gleitschienen festgestellt.

Sofern Schmutz und Staub in den Führungsbereich zwischen Gleitschiene/Treibstange und die diese umschließende Profilkontur gelangt, kommt es zur Schwergängigkeit des Beschlages, zu erhöhtem Verschleiß usw.

Die Fenster sind in einer der Hauptverkehrsstraße zugewandten Fassade eingebaut; so erklärt sich die starke Verschmutzung. Naturgemäß kommt es unter solchen Umständen zu erhöhtem Verschleiß in den Führungs- und Gleitbereichen der Schere, Treibstange und an der Eckumlenkung.

Zum Stand der Technik führte der Beschlaghersteller auf Befragen aus, daß bei derartigen Beschlagsystemen nunmehr (1996) der Scherenarm mit einer Schwalbenschwanzführung im Scherenband geführt würde oder bei einem Beschlagtyp mit gleicher Scherenausführung die Schrauben zusätzlich mit Sicherungslack versehen würden. Ergänzend erklärte der Beschlaghersteller, daß der Pflegezustand der Fenster und Beschläge ein Hinweis dafür sei, daß die Richtlinien zur Produkthaftung der Firma Beschlaghersteller scheinbar nicht eingehalten worden seien.

Zusammenfassend: Die Befestigung der "Kippscherengrundplatten an den Flügelrahmen" ist fachgerecht und dem Stand der Technik entsprechend ausgeführt worden. Es kann jedoch davon ausgegangen werden, daß die Befestigungsschrauben zur Verschraubung von Scherenarm und Scherenband nicht mit dem erforderlichen Drehmoment angezogen worden waren. Auf Frage erklärte der Beschlaghersteller dazu, daß dem Haus des Beschlagherstellers bisher noch kein Fall bekannt geworden sei, in dem sich diese Schrauben gelöst hätten.

3. Ist das Einkleben der vorhandenen Befestigungsschrauben eine dauerhafte und fachgerechte Befestigungsmethode?

Dazu: Ja, wenn unter "Einkleben" die Sicherung mit Sicherungspasten (bspw. Locktite), Sicherungslack o.dgl. gemeint ist und die Schrauben unabhängig davon mit dem erforderlichen Drehmoment angezogen werden.

4. Würden Sie eine andere, als die von dem Unternehmen vorgeschlagene, dauerhafte Befestigung der Kippscheren am Flügelrahmen vorschlagen?

Dazu: Bei der abschließenden Besprechung mit dem Beschlaghersteller wurde deutlich, daß die ordnungsgemäße Befestigung mit M > 3,5 Nm und den Originalschrauben nach Bewertung aller Umstände nicht zu Mängeln - wie das Lösen der Schrauben und ggf. daraus folgende Schäden - führen kann. Die Einführung der mit Sicherungslack versehenen Schrauben war/ist eine zusätzliche Sicherheitsmaßnahme. Darüber hinausgehende Maßnahmen würden nicht erforderlich sein und über das gebotene Maß an Sicherheitsbedürfnis hinausgehen.

Unabhängig von den gewählten Maßnahmen seien die Richtlinien zur Produkthaftung zu beachten. Herr ... stellte noch einmal dar, daß der Beschlaghersteller nach den einschlägigen Hinweisen sagen würde, sie gingen im Zusammenhang mit dem Produkthaftungsgesetz von einer ordnungsgemäßen Handhabung aus und dazu gehöre, daß spätestens nach zwei Jahren entsprechende Pflege und Wartung durchgeführt würde. Dazu gehöre ebenfalls das Kontrollieren des Schraubensitzes und dgl. Insgesamt schlug Herr ... vor, daß, sofern die Schrauben kontrolliert würden, diese sinnvollerweise gegen solche mit Sicherungslack ausgewechselt werden sollten.

Zusammenfassend: Die ältesten mir vorliegenden Beschlaghersteller-Unterlagen mit "Richtlinien zur Produkthaftung" waren aus 09/89. Darin heißt es (mit Bezug auf "normale" Beschläge) unter "Produktwartung":

Sicherheitsrelevante Beschlagteile sind regelmäßig auf festen Sitz zu prüfen und auf Verschleiß zu kontrollieren. Je nach Erfordernis sind die Befestigungsschrauben nachzuziehen bzw. die Teile auszutauschen.

Darüber hinaus sind mindestens jährlich folgende Wartungsarbeiten durchzuführen:

Die Einstellarbeiten an den Beschlägen - besonders im Bereich der Ecklager und der Scheren - sowie das Austauschen von Teilen und das Aus- und Einhängen der Öffnungsflügel sind von einem Fachbetrieb durchzuführen.

Unter "Informations- und Instruktionspflichten" heißt es:

Zur Erfüllung der Informations- und Instruktionspflichten sowie der Wartungsarbeiten nach dem »Produkthaftungsgesetz« stehen dem Planer, dem Fachhandel, dem Verarbeiter, dem Bauherren und dem Benutzer folgende Unterlagen zur Verfügung:

Zur Sicherstellung der Funktion von Drehkippbeschlägen für Fenster und Fenstertürflügel

Dem folgend und davon ausgehend, daß diese bzw. gleichlautende/ähnliche Forderungen auch vor 1989 vom Beschlaghersteller herausgegeben wurden, stellt sich die Frage, ob der Fensterhersteller dies gewürdigt hat und demgemäß eine "Garantie im Sinne der VOB bzw. gemäß vertraglicher Vereinbarung" an eine entsprechende "Produktwartung" gebunden hat.

Sofern die "Hausverwaltung" die jährlich erforderlichen Wartungsarbeiten nicht durchgeführt hat bzw. hat durchführen lassen, kann nicht mehr von einer bestimmungsgemäßen Verwendung ausgegangen werden.

Inwieweit der Fensterhersteller den Mangel ggf. fahrlässig dadurch herbeigeführt hat, weil er seinen "Informations- und Instruktionspflichten" nicht nachgekommen ist, kann von mir nicht bewertet werden.

Hinweis: Die Fenster sollten zukünftig in angemessenen Zeiträumen gewartet werden. Bei Durchführung der nächsten Wartungsarbeiten sollten die Schrauben für die Befestigung des Scherenarmes am Scherenband durch solche mit Sicherungslack ausgetauscht werden. Der Aufwand überschreitet unter Zuhilfenahme eines motorischen Winkelschraubers das angemessene Maß nicht. Geeignete Geräte mit entsprechend niedriger Winkelkopfhöhe stehen im Handel zur Verfügung.

DER SACHVERSTÄNDIGE


Integratio®-Montageklotz als Tragklötze bei der Fenstermontage "im Mauerwerk" mit Isolierschicht, in Plattenbauten u.dgl.

IN KÜRZE LIEFERBAR

 

Der Integratio®-Montageklotz wird unten waagerecht an den Ecken und zur mittleren Abstützung unter dem Blendrahmen montiert, um diesen auf der Brüstung gemäß Regelwerk zu klotzen.

Die Befestigung mit ca. 20 cm langer Montageschiene ermöglicht es, den Rahmen an den Ecken auf den Integratio®-Montageklötzen zu lagern und bei den Befestigungspunkten den Eckabstand von 10 bis 15 cm einzuhalten.
Ständig stärker werdende Energie-Einsparbemühungen haben den Mauerwerksaufbau und damit die Fenstermontage verändert.
Bei Mauerwerksaufbau mit äußerem Verblender liegt der Blendrahmen zumeist in der Ebene der Isolierschicht. Bei Mauerwerk mit äußerem Wärmeschutz mit Kunstharzputz o.dgl. liegt der Blendrahmen normalerweise außen bündig mit dem Mauerwerk und der Wärmeschutz wird bis auf den Blendrahmen gezogen. Ähnliche Ausbildungen werden auch bei der Sanierung der Plattenbauten in den neuen Ländern gewählt.

Für die seitlichen Anschlüsse gibt es die verschiedensten Ausführungslösungen; problematisch ist es jedoch bei der Art der Lastabtragung in Fensterebene. Die Anordnung von Tragklötzen ist im Bereich der Isolierschicht nicht möglich. Laschen bzw. sogen. Montageanker sind relativ biegeweich, sie können nur Lasten senkrecht zur Fensterebene aufnehmen.
Wie sagt der "Leitfaden zur Montage" der RAL-Gütegemeinschaften?
Die Kräfte in Fensterebene werden über Tragklötze in das Bauwerk abgeleitet. Sie dürfen nur auf Druck belastet werden. Dübel, Laschen und dergleichen sind zur Lastabtragung nicht ausreichend. Dabei ist auf eine richtige Anordnung der Tragklötze im Bereich von Rahmenecken, Pfosten und Riegeln zu achten.
Der patentierte Integratio
®-Montageklotz ist dickwandig aus Kunststoff hergestellt und kann zusätzlich mit Metall-Tragarm unterlegt werden, wenn der Blendrahmen in der Isolierzone liegt. So können auch große Rahmengewichte auf das Mauerwerk übertragen werden. Die Ausbildung gewährleistet hohe Isolierwerte und die Anordnung zusätzlicher Isolierzonen.

Damit der Fensterrahmen unten waagerecht zusätzlich mit dem gemäß Regelwerk erforderlichen Abstand zur Rahmen-Innenecke befestigt werden kann, können die Integratio®-Montageklötze mit einer schwenkbar unter dem Fensterrahmen angeordneten Verbindungslasche versehen werden.

Fordern Sie weitere Informationen bei uns an - Mitteilung an uns. Verbindungslaschen mit formschlüssiger Ausbildung für die verschiedenen Fenstersysteme sind in Vorbereitung; teilen Sie uns Ihre Wünsche mit.


Beachten Sie bitte, daß wir keine Haftung für die Richtigkeit übernehmen können.

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